Der gestrige 24. Oktober 2026 war ein besonderer Tag für die Wiener Bildung: Im Rahmen der Währinger Bezirkskonferenz wurde der Karl-Czernetz-Preis 2026 durch LAbg./GR Mag. Marcus Schober, Wiener Bildungsvorsitzender, Vorsitzender des Wiener Bildungsausschusses der SPÖ und stv. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender, gemeinsam mit Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer, der Vizedirektorin der Wiener Bildungsakademie Dr.in Karin Moser sowie dem Währinger Bezirksvorsitzenden Dr. Michael Trinko an Margot Baulesch überreicht.
Dazu eine persönliche Widmung von Bundesrat Wolfgang Markytan, MA, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer sowie Leiter der Wiener Parteischule an die verdiente Preisträgerin:
Margot Baulesch ist Absolventin des 49. Lehrgangs der Wiener Parteischule. Schon während ihrer Ausbildung war sie eine ganz besondere Persönlichkeit innerhalb ihrer Gruppe. Sie war für viele eine wichtige Ansprechperson, hat sich um andere gekümmert, geholfen, wo Hilfe notwendig war, und die Gruppe zusammengehalten. Nicht umsonst wurde sie bereits damals liebevoll als eine Art „Parteischulmutter“ bezeichnet.
Nach ihrem Abschluss war für Margot keineswegs Schluss mit der Parteischule. Ganz im Gegenteil: Sie hat sich unmittelbar danach bereit erklärt, auch die nachfolgenden Lehrgänge zu unterstützen. Seit mehreren Jahren ist sie damit ein fixer Bestandteil unserer Wiener Parteischule. Da sie ihre berufliche Laufbahn bereits abgeschlossen hatte, konnte sie uns etwas zur Verfügung stellen, das gerade in der ehrenamtlichen Arbeit besonders wertvoll ist: ihre Zeit. Und diese schenkt sie uns bis heute mit einer Selbstverständlichkeit, die alles andere als selbstverständlich ist.
Margot ist eine Sozialdemokratin aus tiefster Überzeugung. Sie ist mit der Sozialdemokratie aufgewachsen und hatte schon von Kindesbeinen an persönlichen Kontakt zu bedeutenden politischen Persönlichkeiten und deren engstem Umfeld. Dadurch verfügt sie über einen politischen Erfahrungsschatz, den man sich nicht einfach durch Bücher oder Seminare aneignen kann. Sie kennt politische Entwicklungen, persönliche Hintergründe und Zusammenhänge aus jahrzehntelanger eigener Erfahrung. Dieses Wissen bringt sie in unsere Bildungsarbeit ein und gibt es gerne an die nächste Generation weiter.
Gerade für unsere jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist das von besonderem Wert. Viele kommen mit ihren eigenen politischen Vorstellungen, Erfahrungen und Sichtweisen an die Parteischule. Margot kann ihnen durch ihre Lebenserfahrung oft einen anderen Blick auf politische Fragen und Entwicklungen ermöglichen. Sie erzählt, erklärt, hört zu und hilft dabei, Zusammenhänge besser zu verstehen. Dabei geht es ihr nie darum, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern darum, jungen Menschen etwas mitzugeben.
Auch bei der Betreuung unserer Lehrgangsgruppen ist Margot mittlerweile kaum wegzudenken. Sie ist da, wenn wir sie brauchen, übernimmt Aufgaben, bringt Ideen ein und kümmert sich mit großer Aufmerksamkeit um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Vieles davon geschieht ganz im Hintergrund, ohne großes Aufsehen und ohne den Wunsch nach Anerkennung. Für uns ist diese Unterstützung aber von unschätzbarem Wert.
Was ich an Margot persönlich besonders schätze, ist ihre Verlässlichkeit und ihre Treue zu ihren Überzeugungen. Sie ist jemand, der auch dann zu seinen Idealen und zu den Menschen steht, wenn die Zeiten schwieriger werden. Gerade in der Politik, wo persönliche Beziehungen und Loyalitäten nicht immer von Dauer sind, ist das eine bemerkenswerte Eigenschaft. Margot ist in ihren politischen Grundsätzen gefestigt und lässt sich nicht bei jeder Auseinandersetzung von ihrem Weg abbringen.
In den vergangenen Jahren hatte Margot auch persönlich einige schwierige Situationen zu bewältigen. Wir haben versucht, ihr dabei, soweit es uns möglich war, zur Seite zu stehen. Umso schöner ist es für uns, dass sie heute wieder mit ihrer Offenheit, ihrem Engagement und ihrer Herzlichkeit mitten unter uns ist und unsere Arbeit bereichert.
Ich kenne nur wenige Menschen, die so selbstverständlich bereit sind, ihre Zeit, ihre Erfahrung und ihre Energie für andere einzusetzen. Margot macht das alles ehrenamtlich. Sie erwartet sich dafür keine Gegenleistung und ist einfach da, wenn sie gebraucht wird.
Für mich ist Margot Baulesch deshalb nicht nur eine wichtige Mitarbeiterin und Unterstützerin der Wiener Parteischule, sondern vor allem ein besonders wertvoller Mensch. Sie verbindet Generationen, vermittelt politische Erfahrungen, lebt sozialdemokratische Werte und gibt jungen Menschen etwas mit, das weit über die eigentliche politische Ausbildung hinausgeht.
Ich bin sehr dankbar, dass Margot Teil unseres Teams ist. Ihr Einsatz, ihre Menschlichkeit und ihre jahrzehntelange Verbundenheit mit der Sozialdemokratie verdienen aus meiner Sicht eine besondere Anerkennung und Würdigung.


Titelbild/Fotos: (c) Walter Haselbauer