25. Oktober 2026: Zum Todestag von Friedrich Pollak (1901-1971) – Erinnerung an einen unbeugsamen Sozialdemokraten

Am 25. Oktober 2026 jährt sich der Todestag von Friedrich Hermann „Fritz“ Pollak. Sein Lebensweg steht beispielhaft für jene Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die sich unter Austrofaschismus und Nationalsozialismus mit außergewöhnlichem Mut für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit einsetzten.

Friedrich Pollak wurde am 8. März 1901 in Wien-Margareten geboren. Früh engagierte er sich in der Arbeiterbewegung und trat der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei bei. Im Februar 1934 kämpfte er als Mitglied des Republikanischen Schutzbundes im Fuchsenfeldhof in Wien-Meidling. Nach der Niederlage wurde er verhaftet, später schloss er sich den Revolutionären Sozialisten an und setzte seine politische Arbeit im Untergrund fort.

In den folgenden Jahren wurde Pollak wiederholt inhaftiert. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland wurde er erneut verfolgt und schließlich in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Auch dort beteiligte er sich am inneren Widerstand, unterstützte Mithäftlinge und wirkte in Solidargemeinschaften mit. Nach der Befreiung des Lagers unterzeichnete er den Schwur von Buchenwald und setzte damit ein weiteres Zeichen für seinen lebenslangen Kampf gegen Faschismus und Unterdrückung.

Nach 1945 beteiligte sich Pollak am demokratischen Wiederaufbau und am Aufbau des Bundesverbandes der österreichischen Widerstandskämpfer. Insgesamt hatte er 470 Wochen Haft hinter sich. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit blieb er seinen sozialdemokratischen Überzeugungen verbunden und pflegte enge Kontakte zu Persönlichkeiten wie Rosa Jochmann und Bruno Pittermann.

In den vergangenen Jahren hat sich die SPÖ-Bundesbildungsorganisation intensiv darum bemüht, Friedrich Pollaks Leben und Wirken wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Anlässlich seines 125. Geburtstags wurde bereits ausführlich über seine Biografie, seinen Widerstand und sein politisches Vermächtnis berichtet. Auch der 60. Lehrgang der Wiener Parteihochschule wurde nach Friedrich Pollak benannt – als Zeichen dafür, dass politische Bildung immer auch bedeutet, die Geschichte der demokratischen und antifaschistischen Arbeiter weiterzugeben.

Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in Weingraben im Burgenland, wo Pollak seinem Wunsch entsprechend bestattet wurde, erinnerten Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft zuletzt gemeinsam an sein Leben. Dabei wurde besonders hervorgehoben, dass Erinnerungskultur nicht abstrakt bleiben darf. Die Geschichten der Widerstandskämpfer müssen dort sichtbar werden, wo diese Menschen gelebt und gewirkt haben.

Auch die weitere historische Aufarbeitung bleibt ein Anliegen der SPÖ-Bundesbildung. Gemeinsam mit Pollaks Familie und Historikern (herzlichen Dank an Alexander Karazman und Herbert Oplustil für die zu Verfügung gestellten Informationen) wurde daran gearbeitet, sein Leben genauer zu dokumentieren, die Erinnerung digital zugänglich zu machen und auch in Wien ein stärkeres öffentliches Bewusstsein für seine Geschichte zu schaffen.

Friedrich Pollak starb am 25. Oktober 1971 in Wien und wurde in Weingraben beigesetzt.

55 Jahre nach seinem Tod bleibt sein Leben eine Mahnung und ein Auftrag. Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie brauchen Menschen, die bereit sind, für sie einzutreten – auch dann, wenn dies Mut und persönliche Opfer verlangt.

Friedrich Pollaks Geschichte gehört deshalb nicht nur der Vergangenheit an. Sie erinnert uns daran, dass Antifaschismus, Solidarität und demokratische Verantwortung auch heute Teil sozialdemokratischer Bildungsarbeit bleiben müssen.

Fotos: (c) Privatarchiv Herbert Oplustil

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