17. August 2021: 2. ARBEITER-OLYMPIADE IN WIEN

Vom „Das Rote Wien im Waschsalon“; Lilli Bauer und Werner T. Bauer:
„Neue Menschen“ für eine „neue Welt“

Im Umfeld der europäischen Arbeiterparteien entstehen Ende des 19. Jahrhunderts auch Turn- und Sportvereine, die sich bewusst vom „bürgerlichen“ Sport abgrenzen. Nicht Rekordstreben und Kommerz sind Ziel und Zweck der sportlichen Betätigung, sondern die körperliche Ertüchtigung sowie die geistige und kulturelle Entwicklung der Arbeiterschaft – als Vorbereitung auf ein Leben in einer sozialistischen Gesellschaft. Gegen Ende der 1920er-Jahre zählt der Arbeiterbund für Sport und Körperkultur in Österreich (ASKÖ) bereits über 200.000 Mitglieder.

Da der österreichische Arbeiterbund für Sport und Körperkultur europaweit die höchsten Mitgliederzahlen aufweist und zudem das Rote Wien die besten Voraussetzungen für die Durchführung einer derartigen Veranstaltung mitbringt, wird die Austragung der 2. Arbeiter-Olympiade an Österreich vergeben.

Die Winterspiele finden im Februar 1931 in Mürzzuschlag und auf dem Semmering statt, die Sommerspiele vom 19. bis zum 26. Juli in Wien. Das anlässlich der Arbeiter-Olympiade neu errichtete Praterstadion mit Stadionbad wird wenige Tage vorher, am 11. Juli, feierlich eröffnet.

Trotz Weltwirtschaftskrise nehmen an die 25.000 Sportlerinnen und Sportler aus 27 Nationen teil, darunter mit Hapoel Tel Aviv auch eine Delegation aus dem britischen Mandatsgebiet Palästina. Insgesamt strömen 70.000 Menschen nach Wien, darunter 30.000 Deutsche. „Die Bevölkerung von Innsbruck mußte untergebracht werden“, berichtet Organisator Edmund Reismann.

Der Waschsalon Karl-Marx-Hof zeigt neben Fotos, Festführern, Postkarten und Broschüren zur 2. Arbeiter-Olympiade aus den Beständen des Vereins für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung auch Objekte aus dem Archiv des ASKÖ WAT Wien sowie seltene Filmdokumente aus den Beständen des WIFAR und des Filmarchivs Austria.

Dauer der Sonderausstellung im Dachgeschoß: 17.5.2020 – 28.11.2021

KuratorInnen
Lilli Bauer und Werner T. Bauer

Grafik
Karin Pesau-Engelhart und Klaus Mitter

Lektorat und Übersetzung
scriptophil. die textagentur  

Titelbild
Plakat zur 2. Arbeiter-Olympiade VORSCHAU © Victor Theodor Slama / Wienbibliothek im Rathaus

Arbeiter-Olympiade, Gewichtheber © ASKÖ WAT Wien
Zillenfahrt von Wörgl nach Wien © ASKÖ WAT Wien
Arbeiter-Olympiade, Hürdenlauf © ASKÖ WAT Wien
Illustration in Das Kleine Blatt, 26.7.1931 © ÖNB
Radsportclub „Triumpf“ Weißenfels, 1925 © Stadtgeschichtliches Museum Leipzig / Sportmuseum

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