25. Jänner 2020: 100 Jahre Burgenland bei Österreich

Das Burgenland begeht dieses Jahr sein 100-jähriges Jubiläum, der 25. Jänner ist in diesem Zusammenhang ein besonderer Tag. An diesem historischen Datum wurde im Jahr 1921 das Bundesverfassungsgesetz über die Stellung des Burgenlandes als selbstständiges und gleichberechtigtes Land im Bund beschlossen. Am 9. Februar wurde das Gesetz im Bundesgesetzblatt der Republik Österreich kundgetan. „Das Burgenlandgesetz war die Geburtsstunde unseres Bundeslandes. Es hat den Grundstein für unsere heutige Heimat gelegt“, so die burgenländische Landtagspräsidentin Verena Dunst.  Der tatsächliche Übertritt des Burgenlandes in die österreichische Staatshoheit erfolgte dann im November 1921, nachdem die ursprünglich für 28. August 1921 geplante Übergabe durch den bewaffneten Einsatz ungarischer Freischärler verhindert worden war. Nicht klar war zu diesem Zeitpunkt jedoch, welche Stadt dem neuen Bundesland als Hauptstadt dienen sollte. Bei der Volksabstimmung im Dezember 1921 entschied sich die Mehrheit der Bevölkerung von Ödenburg/Sopron für den Verbleib bei Ungarn. Mattersburg, Pinkafeld, Sauerbrunn und Eisenstadt kamen als Landeshauptstadt in Frage, in Sauerbrunn hatte die Landesregierung ihren Sitz, der Landtag in der Eisenstädter Martinkaserne. Drei Jahre dauerte es, bis der Landtag am 30. April 1925 sich für Eisenstadt als Sitz der Landesregierung und des Landtags entschied. 

Vom Auswanderungsland …
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg herrschte im Burgenland, ähnlich wie im Rest Österreichs, große Not und viele Menschen wählten daher den Weg in die USA. Alleine im Jahr 1923 wanderten 6800 Burgenländerinnen und Burgenländer aus. „Der Bezirk Güssing war dabei am stärksten betroffen, vom Beginn der Auswanderung bis 1939 verlor der Bezirk ein Viertel seiner Bevölkerung“, so Landtagspräsidentin Verena Dunst. Im Jahr 1927 kommt es in Schattendorf zu einem folgeschweren Ereignis: am 30. Jänner eskaliert die Situation zwischen der Frontkämpfervereinigung und dem Republikanischen Schutzbund. Es fielen Schüsse und am Ende waren zwei Todesopfer und mehrere Verletzte zu beklagen. „Die Schüsse von Schattendorf haben den innerösterreichischen Konflikt in dieser Zeit maßgeblich beeinflusst und weitere Eskalationen wie dem Justizpalastbrand in Wien den Boden geebnet“, so die Landtagspräsidentin. 1938 wurde das Burgenland durch das nationalsozialistische Regime aufgelöst und auf die Reichsgaue „Niederdonau“ und Steiermark aufgeteilt.

… an der „toten Grenze“ …
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Burgenland wieder als eigenständiges Bundesland errichtet, das entsprechende Verfassungsgesetz trat mit 1. Oktober 1945 in Kraft. Ab Anfang der 1950er Jahre begannen viele Menschen auf dem Burgenland aufgrund tiefgreifender Strukturreformen in der Landwirtschaft in den naheliegenden Ballungszentren Wien und Graz zu arbeiten. „Die Infrastruktur im Burgenland wurde in dieser Zeit stark verbessert, allerdings arbeiteten sehr viele Menschen nicht im Burgenland selbst. Das verlangsamte den angestrebten Wirtschaftsaufschwung“, so die Landtagspräsidentin. Ab 1957 befand sich das Burgenland dann an einer toten Grenze. Durch die Abriegelung des sowjetischen Machtbereichs stand das Burgenland zwischen den beiden Mächten, die den kalten Krieg bestimmten. In den 60er wurde der Modernisierungsprozess weiter vorangetrieben, durch „Burgenlandtreffen“ wurde die Zusammengehörigkeit in der Bevölkerung gefördert, ab 1970 geschah unter Landeshauptmann Theodor Kery ein wesentlicher Fortschritt in den Bereichen Infrastruktur, Bildung und Kultur.  

… zur Modellregion im Herzen Europas
Als 1989 der Eiserne Vorhang fiel, wurden an der burgenländisch-ungarischen Grenze die Grenzbefestigungen demontiert. „Die geöffnete Grenze war damals ein Fluchtweg für viele DDR-Bürger, die burgenländische Bevölkerung zeigte große Hilfsbereitschaft“, so die Landtagspräsidentin. 1995 kam der nächste historische Schritt: Österreich trat der EU bei. „Mit knapp einem Dreiviertel der Ja-Stimmen war die Zustimmung im Burgenland am höchsten. Nach dem Beitritt profitierte das Burgenland als Ziel-1-Region auch sehr von den Förderungen der EU“, erklärt Landtagspräsidentin Verena Dunst. „Das Burgenland hat sich von einer der ärmsten Gegenden Europas zu einer Modellregion entwickelt. Die Menschen im Burgenland haben mit ihrem Fleiß, ihrer Mentalität und ihrem Zusammenhalt wesentlich dazu beigetragen. Unser Jubiläumsjahr soll ein würdiger Rückblick sein, aber auch ein Ansporn, uns in Zukunft in allen Bereichen weiterzuentwickeln, die unser Burgenland so lebenswert machen“, so die Landtagspräsidentin abschließend.

SPÖ Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid (links) gratuliert dem Landeshauptmann von Burgenland Hans-Peter Doskozil (Mitte) zur absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl im Jänner 2020, gemeinsam mit dem Wiener-SPÖ Bildungssekretär Mag. Marcus Schober (rechts)

Titel-Bild: Copyright SPÖ Burgenland

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