3. November 2026: Politische Bildung und internationale Begegnungen kennen keine Grenzen – Die USA vor den Midterms

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan informierte sich in Washington, Pittsburgh und New York über die politische Stimmung in den Vereinigten Staaten, die bevorstehenden Kongresswahlen und die gesellschaftlichen Herausforderungen des Landes.

Wenige Tage vor den amerikanischen Midterm-Wahlen am 3. November 2026 reiste SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan im Rahmen einer politischen Bildungsreise der Wiener Bildungsakademie in die Vereinigten Staaten. Eine Woche lang standen intensive Gespräche mit politischen Entscheidungsträger, Journalist, Gewerkschaftsvertreter und diplomatischen Einrichtungen auf dem Programm.

Die Reise führte nach Washington, Pittsburgh und New York. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich die politische Stimmung in den USA entwickelt, warum Donald Trump weiterhin auf Unterstützung in Teilen der amerikanischen Bevölkerung zählen kann und welche Bedeutung die Zwischenwahlen für die kommenden beiden Jahre seiner Präsidentschaft haben.

Midterms 2026: Eine wichtige Entscheidung für die amerikanische Demokratie

Am 3. November wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner das gesamte Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu. Die sogenannten Midterms finden traditionell in der Mitte einer vierjährigen Präsidentschaft statt und entscheiden wesentlich darüber, welche politischen Mehrheiten dem Präsidenten in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit gegenüberstehen.

Für die politische Bildungsarbeit sind diese Wahlen besonders interessant. Sie zeigen nicht nur die aktuellen Kräfteverhältnisse zwischen Demokraten und Republikanern, sondern machen auch deutlich, welche Themen die Bevölkerung beschäftigen und wie unterschiedlich politische Entwicklungen innerhalb eines Landes wahrgenommen werden.

Gerade der Bundesstaat Pennsylvania gilt als politisch besonders umkämpft. Hier treffen ehemalige Industrieregionen, wirtschaftlich erfolgreiche Städte, ländliche Gebiete und sehr unterschiedliche gesellschaftliche Lebensrealitäten aufeinander.

Gespräche mit Politik und Medien aus erster Hand

In Washington erhielt Wolfgang Markytan unter anderem Einblicke in die amerikanische Wahlkampfarbeit und die politischen Diskussionen rund um die bevorstehenden Wahlen. Gespräche mit Vertreter des SPD-Freundeskreises, der Friedrich-Ebert-Stiftung und der österreichischen Botschaft ermöglichten unterschiedliche Perspektiven auf die innenpolitische Situation und die transatlantischen Beziehungen.

Besonders intensiv war der Austausch in Pittsburgh. Dort traf die Reisegruppe unter anderem die demokratische Abgeordnete Emily Kinkead, die ausführlich über ihre Wahlkampferfahrungen, die unterschiedlichen politischen Strömungen innerhalb der Demokratischen Partei und die Herausforderungen politischer Kommunikation berichtete.

Eine ihrer zentralen Botschaften: Erfolgreiche Politik muss über die eigene Anhängerschaft hinausgehen. Es reicht nicht, ausschließlich jene Menschen anzusprechen, die ohnehin schon ähnliche politische Überzeugungen vertreten. Entscheidend ist, zuzuhören, unterschiedliche Lebensrealitäten ernst zu nehmen und auch mit Menschen im Gespräch zu bleiben, die andere politische Positionen vertreten.

Weitere Einblicke bot ein Besuch im Büro von US-Senator John Fetterman. Dabei ging es um die parlamentarische Arbeit, den Kontakt zur Bevölkerung und die enormen organisatorischen und finanziellen Dimensionen amerikanischer Wahlkämpfe.

Besonders aufschlussreich waren auch die Gespräche mit dem bekannten politischen Journalisten Jon Delano von KDKA-TV/CBS Pittsburgh und Hallie Lauer von der Pittsburgh Post-Gazette. Sie berichteten über die politische Stimmung in Pennsylvania, die Rolle der Medien, die zunehmende Polarisierung und die Perspektiven bis zur nächsten Präsidentschaftswahl 2028.

Was Österreich aus den amerikanischen Entwicklungen lernen kann

Neben den Wahlen beschäftigte sich Wolfgang Markytan intensiv mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen. In Pittsburgh und der ehemaligen Stahlstadt McKeesport wurde deutlich, welche langfristigen Folgen der industrielle Strukturwandel für Arbeitsplätze, soziale Sicherheit und das Vertrauen in politische Institutionen haben kann.

Während Pittsburgh neue wirtschaftliche Perspektiven durch Universitäten, Forschung und Technologie entwickeln konnte, kämpfen andere ehemalige Industriestädte weiterhin mit Bevölkerungsverlusten und wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Auch die Gespräche mit Vertreter des amerikanischen Gewerkschaftsdachverbandes AFL-CIO, sozialen Wohnbauinitiativen und kommunalen Verantwortungsträger zeigten, wie unterschiedlich die sozialen Rahmenbedingungen in Österreich und den Vereinigten Staaten sind.

Für die politische Bildung ergeben sich daraus wichtige Fragen: Wie können Menschen in wirtschaftlichen Veränderungsprozessen besser unterstützt werden? Wie erreicht Politik jene, die sich nicht mehr ausreichend vertreten fühlen? Und wie können demokratische Institutionen Vertrauen erhalten beziehungsweise zurückgewinnen?

Politische Bildung braucht persönliche Begegnungen

Ein wesentliches Ziel der Reise war es, politische Entwicklungen nicht ausschließlich aus europäischen Medien oder aus der Distanz zu betrachten. Persönliche Gespräche ermöglichen es, unterschiedliche Sichtweisen besser zu verstehen und politische Entscheidungen in ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang einzuordnen.

Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung ist es wichtig, auch mit Menschen zu sprechen, deren politische Überzeugungen nicht den eigenen entsprechen. Politische Bildung bedeutet nicht, bestehende Meinungen lediglich zu bestätigen, sondern neue Perspektiven kennenzulernen, Fragen zu stellen und eigene Einschätzungen kritisch zu überprüfen.

Für Wolfgang Markytan sind diese internationalen Kontakte auch für die Weiterentwicklung der Bildungsarbeit von besonderer Bedeutung. Die Gespräche in den USA eröffneten neue Möglichkeiten für den Austausch zwischen politischen Bildungseinrichtungen, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft.

Die Erkenntnisse kommen nach Österreich

Mit der Rückkehr aus den USA ist die Bildungsarbeit keineswegs abgeschlossen. Die gewonnenen Erfahrungen und persönlichen Kontakte sollen in die kommenden Bildungsangebote der SPÖ-Bundesbildung und der Wiener Bildungsakademie einfließen.

Bereits für das Frühjahr 2027 ist ein internationaler Bildungsschwerpunkt geplant. Dabei sollen amerikanische Gesprächspartner direkt in die Ausbildungsprogramme eingebunden werden. Unter anderem ist ein Online-Gespräch mit dem Journalisten Jon Delano vorgesehen, bei dem die Ergebnisse der Midterm-Wahlen, die weitere Entwicklung der amerikanischen Innenpolitik und die Perspektiven für die Präsidentschaftswahl 2028 analysiert werden.

Die Angebote sollen kostenlos und online zugänglich sein. Damit können die Erkenntnisse aus den internationalen Begegnungen auch jenen Menschen zugutekommen, die selbst nicht an einer Bildungsreise teilnehmen können.

Denn internationale politische Bildung soll nicht an Landesgrenzen enden. Sie lebt vom Austausch, vom gegenseitigen Verständnis und von der Bereitschaft, politische und gesellschaftliche Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Die Reise in die USA hat einmal mehr gezeigt: Wer Politik verstehen will, muss mit Menschen reden, genau zuhören und bereit sein, immer wieder Neues zu lernen.

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