Bildung ist der Türöffner für ein selbstbestimmtes Leben und umfassende Teilhabe-Chancen. Sie ermächtigt uns zu kritikfähigen und mündigen Menschen. Bildung ebnet uns den Weg zu einem erfüllten Arbeitsleben und ist die Basis für gesellschaftliche Teilhabe. Damit ist sie das Fundament auf dem wir das Haus unserer demokratisch-solidarischen Gesellschaft und den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Fortschritt bauen können. Für uns Sozialdemokrat:innen ist daher glasklar: diese Grundlage für ein gutes Leben für jeden Menschen und den Wohlstand unserer Gesellschaft ist kein Gut wie jedes Andere. Bildung ist keine Ware.
Die Erwachsenenbildung bildet einen wesentlichen Pfeiler des Bildungssystems und leistet einen zentralen Beitrag zur individuellen, beruflichen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung. Sie fördert Chancengleichheit, soziale Teilhabe und lebensbegleitendes Lernen. Qualitätsvolle Bildungsarbeit umfasst neben gut ausgebildetem und engagiertem Personal auch inspirierendes Lehr- und Lernmaterial sowie passende räumliche Rahmenbedingungen. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass die öffentlichen Mittel in diesem Bereich effizient, verantwortungsvoll und bedarfsgerecht eingesetzt werden.
Insbesondere in Zeiten knapper öffentlicher Budgets müssen wir sicherstellen, dass die Steuergelder ausschließlich gemeinwohlorientierten Bildungszwecken zugutekommen und nicht zur Maximierung privater Gewinne verwendet werden. In den vergangenen Jahren sind verstärkte Aktivitäten von gewinnorientierten, privaten Bildungsanbietern im Bereich der Erwachsenenbildung zu beobachten. Diese Entwicklung geht oftmals mit einem Rückgang der Bildungs- und Schulungsqualität einher, da finanzielle Überschüsse nicht in die Qualitätsverbesserung der Bildungsangebote fließen, sondern die private Gewinnmaximierung als Ziel haben.
Gemeinnützigkeit statt Profitorientierung
Beim Einsatz öffentlicher Gelder muss der gemeinnützige Bildungsauftrag klaren Vorrang vor den Profitinteressen privater Eigentümer, Gesellschafter:innen oder Aktionär:innen haben. Gemeinnützige Bildungsträger zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Ressourcen vollständig in die Umsetzung ihres Bildungsauftrags investieren, anstatt Gewinne auszuschütten. Dies schafft die Grundlage für eine nachhaltige, qualitativ hochwertige und am Gemeinwohl orientierte Bildungsarbeit.
Selbstverständlich sind gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in der Erwachsenenbildung aus sozialdemokratischer Sicht eine zentrale Voraussetzung für die Qualität der Bildungsangebote. Unsichere Beschäftigungsverhältnisse, niedrige Entlohnung und fehlende Planungssicherheit beeinträchtigen nicht nur die Attraktivität des Berufsfeldes, sondern auch Motivation, Stabilität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden.
Die SPÖ-Bundesbildungskonferenz 2026 fordert daher:
- Öffentliche Mittel in der Erwachsenenbildung dürfen nicht in private Gewinne abfließen. Bei öffentlichen Ausschreibungen, Förderungen oder Direktvergaben im Bereich der Erwachsenenbildung soll deswegen Gemeinnützigkeit ein verpflichtendes Kriterium sein und damit sichergestellt werden, dass die Mittel unmittelbar der Bildungsqualität und dem Zugang zu Bildungsangeboten dienen.
- Ausschreibungen, Förderprogramme und Direktvergaben sind so zu gestalten, dass Qualitätskriterien sowie gute Arbeitsbedingungen stärker gewichtet werden.
Abstimmung:
►► Annahme
►► und die Weiterleitung an den SPÖ-Bundesparteitag