1. Februar 2021: Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch

Der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch wird seit 1993 jährlich vom Karl-Renner-Institut in Zusammenarbeit mit der sozialdemokratischen Bildungsorganisation verliehen. Mit diesem Preis wird im Sinne des Lebenswerks Bruno Kreiskys politische Literatur ausgezeichnet, die für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Demokratie und sozialen Zusammenhalt, Toleranz und die Freiheit der Kunst einsteht.

Neben dem Hauptpreis für das Politische Buch werden ein Preis für ein publizistisches Gesamtwerk, ein Sonderpreis zum Themenfeld „Arbeitswelten – Bildungswelten“, ein Preis für besondere verlegerische Leistungen sowie Anerkennungspreise vergeben.

Ermöglicht wird die Vergabe durch die Kooperation mit dem sozialdemokratischen Parlamentsklub und die Unterstützung zahlreicher Sponsor_innen.

Projektleitung: Michael Rosecker, Karl-Renner-Institut, stv. Direktor 
Nähere Information: Christine Bobek 


Kreisky-Preis-Träger_innen 2020


Die Jury des Bruno-Kreisky-Preises für das Politische Buch vergibt für das Jahr 2020 den Hauptpreis an ROGER DE WECK für das Buch 
Die Kraft der Demokratie. Eine Antwort auf die autoritären Reaktionäre
(Suhrkamp Verlag, 2020)

Es ist modern, auf die Defizite der „liberalen Demokratie“ hinzuweisen. Genau das spielt ihren Feinden in die Hände. Der Publizist Roger de Weck wendet sich in seinem ermutigenden Buch zunächst gegen den Jahrzehnte anhaltenden neoliberalen Diskurs, dessen Ziel die Umformatierung des politischen Raumes vom Forum der Demokratie hin zum Markt der Wirtschaft war und ist. Ebenso identifiziert de Weck den erstarkenden Nationalismus, der die Einheimischen privilegieren will und nicht die Gleichheit der Individuen vertritt, als Bedrohung. Um den „Reaktionären“ entgegenzutreten und aus der demokratischen Defensive zu kommen, stellt er in diesem Buch zwölf Ideen vor, um die Demokratie zu stärken und auszubauen. Es ist ein sehr notwendiges Buch in einer herausfordernden Zeit.


Den Preis für ihr publizistisches Gesamtwerk erhalten PAUL LENDVAI und RUTH WODAK 

Paul Lendvai ist einer der anerkanntesten und bekanntesten Fernsehjournalisten und Osteuropaexperten Österreichs. Seine umfassenden historischen und politischen Kenntnisse ermöglichten es ihm stets, mit klaren und realistischen Analysen Szenarien der jeweils aktuellen (ost)europäischen politischen Situation zu entwerfen, die der Politik, der wissenschaftlichen Fachwelt und der interessierten Öffentlichkeit viel Wissen und Orientierung bieten konnten. Sein Leben und sein umfassendes Werk stehen für einen europäischen Geist des Humanismus, der Toleranz und der Offenheit.  

Ruth Wodak zählt zu den wichtigsten Sprachwissenschaftler_innen Österreichs. Sie hat wegweisend zu österreichischer und europäischer Identitätspolitik, österreichischer Politik der Vergangenheit, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gearbeitet. Ihr wissenschaftliches Werk hat nicht nur viel zur sprachwissenschaftlichen Analyse, sondern nachhaltig zum Verständnis rechtsextremer und rechtspopulistischer Diskurse und Politik beigetragen. Als Humanistin und Feministin brachte sie sich ihr wissenschaftliches Leben lang auch beherzt und engagiert in die gesellschaftspolitische Debatte ein. 

Den Sonderpreis ‚Arbeitswelten-Bildungswelten‘ erhält MELISA ERKURT für das Buch Generation haram. Warum Schule lernen muss, allen eine Stimme zu geben
(Zsolnay Verlag, 2020)

Die österreichische Journalistin und Gymnasiallehrerin Melisa Erkurt hat mit dieser Publikation eine Analyse des österreichischen Schulsystems vorgelegt. Ihr Fokus richtet sich auf die strukturellen Nöte und persönlichen Probleme von Schulkindern mit Migrationshintergrund. Katastrophale Deutschkenntnisse, wenig Aufstiegschancen sowie Diskriminierungserfahrungen prägen ihre Kindheit und Schulzeit. Erkurt analysiert eingehend und zeigt Wege der Reform auf. Das Buch sollte Pflichtlektüre für alle werden, die sich in Zukunft sinnvoll und faktenbasiert an Bildungspolitik bzw. den Diskussionen darüber beteiligen wollen. 


Den Anerkennungspreis erhält GERALD KNAUS für das Buch
Welche Grenzen brauchen wir? Zwischen Empathie und Angst – Flucht, Migration und die Zukunft von Asyl (Piper Verlag, 2019)

In dieser bemerkenswerten Publikation liefert Gerald Knaus eine Analyse des Zustands von Demokratie und des Umgangs mit den Menschenrechten anhand des Themas Flucht und Migration im Schatten der Lebensumstände der Geflüchteten auf den griechischen Inseln. Der Soziologe analysiert nicht nur die verfahrene Situation und politische Debatte, sondern sucht nüchtern und kenntnisreich nach Wegen einer menschenwürdigen wie pragmatischen Asylpolitik. Ohne Dramatisierung macht er Vorschläge zur Steuerung der Migration in Europa unter der Maßgabe, dass Migration ohne Kontrolle weltfremd sei und Kontrolle ohne Empathie unmenschlich werde. 


Den Preis für besondere verlegerische Leistungen erhält der Falter Buchverlag 

Der Falter-Buchverlag ging 1980 aus der drei Jahre zuvor gegründeten Wiener Wochenzeitung „Falter“ hervor. Er ist ein Sachbuchverlag mit den Schwerpunkten Ratgeber, Gesellschaft, Kunst & Kultur, Politik und Reiseführer. Das Wiener Stadtleben in all seinen Facetten und gesellschaftspolitisch stets relevante bzw. alternative Sichtweisen in Gestalt innovativer alternativer Publikationen prägen seine Arbeit und Verlagslinie ebenso wie Ratgeber für die verschiedensten Lebenslagen und -phasen.

Alle Informationen zum Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch findet man unter:
Bruno-Kreisky-Preis | Karl-Renner-Institut (renner-institut.at)

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