Am 7. Oktober 1946 wurde in Wien einer der einzigartigsten Wiener Künstler geboren: Georg „Schurli“ Danzer. Er war ein österreichischer Liedermacher und Pionier des Austropops. Er war erfolgreich als Solokünstler, in verschiedenen Bandprojekten, wie mit Wolfgang Ambros und Reinhard Fendrich als Austria 3, und schrieb auch für etliche andere österreichische Musikgrößen Hits.
Auch außerhalb der Konzertbühnen hinterließ der vielseitige Künstler ein Statement. Im April 2000 übernahm Danzer für zwei Jahre den Vorsitz der 1992 gegründeten Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch und engagierte sich dort gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Ein 2015 auf Initiative von Marianne Engelmann und dem Verein Fluchtweg in Wien-Döbling eröffnetes Haus für Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge trägt seinen Namen.[33] Zwei weitere Georg-Danzer-Häuser wurden in Wien-Oberlaa und Stockerau eröffnet.
Auch der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende Gerhard Schmid schätze Georg Danzer sehr: „Er war der große kritische Liedermacher seiner Zeit. Mit seinen Werken hat er viele Menschen zur kritischen Reflexion der gesellschaftlichen Verhältnisse angeregt.“ Auch SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan reflektiert: „Der „Schurli“ hat mich und meine Entwicklung vor allem in der Jugend mit seinen Liedern enorm geprägt. Bei einem Konzert in der Schweiz durfte ich ihn dann auch persönlich kennenlernen – ich glaube für beide ein unvergessliches Erlebnis…“
Leider verstarb der große österreichische Künstler im Jahr 2007 viel zu früh an Lungenkrebs. Seine Musik aber bleibt. Lieder wie „Jö schau“, „Weiße Pferde“, „Ruaf mi net an“ oder „Hupf in Gatsch“ werden bis heute gespielt und von neuen Generationen wieder entdeckt.
Sein umfangreicher Nachlass wurde 2025 von der Wienbibliothek im Rathaus übernommen. Hunderte handschriftlich bearbeitete Liedtexte, Fotografien, Tourneeunterlagen, persönliche Dokumente und weitere Materialien ermöglichen künftig einen noch tieferen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Damit wird sein Werk auch für die wissenschaftliche und kulturhistorische Forschung langfristig bewahrt.
Zu seinem 80. Geburtstag erinnern 2026 auch österreichische Rundfunkanstalten mit Sendungen und musikalischen Schwerpunkten an ihn. Das zeigt: Fast zwei Jahrzehnte nach seinem Tod ist Georg Danzer weiterhin präsent.
Aus einer sozialdemokratischen Bildungsperspektive bleibt besonders jene Verbindung bemerkenswert, die Danzer zwischen Kunst, kritischem Denken und gesellschaftlicher Verantwortung herstellte. Er beobachtete genau, stellte unbequeme Fragen und verlor dabei nie den Blick für den einzelnen Menschen.
Zum 80. Geburtstag erinnern wir deshalb nicht nur an einen der großen österreichischen Liedermacher, sondern an einen Künstler, der seine Stimme auch für Humanität, Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung erhob.
Bild: Von (c) Dietmar Lipkovich, http://www.gib-mir-musik.at, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22848659
https://de.wikipedia.org/wiki/1946#/media/Datei:Vienna_2003-11-23_Metropol_-_Georg_Danzer.jpg
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