26. September 2026: Heinz Fischer präsentierte fünfbändige Reihe „Politik braucht ein Gewissen“ im Schlosstheater Schönbrunn

Mehr als 100 Gäste bei einem besonderen Nachmittag der politischen Bildung – Heinz Fischer und Hilde Hawlicek im Gespräch über Politik, Zeitgeschichte und persönliche Erinnerungen

Wien, 24. September 2026 – Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am Donnerstag ins historische Schlosstheater Schönbrunn, um gemeinsam mit Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer und Bundesministerin a.D. Dr.in Hilde Hawlicek auf mehrere Jahrzehnte österreichischer Politik und Zeitgeschichte zurückzublicken.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die fünfbändige Buchreihe „Politik braucht ein Gewissen – Reden 1971–2025“, in der insgesamt 832 Reden Heinz Fischers gesammelt und dokumentiert wurden.

Die Veranstaltung der SPÖ-Bundesbildung und der Wiener Bildungsakademie verband die Präsentation dieser umfangreichen Edition mit einem sehr persönlichen Gespräch zwischen zwei Menschen, die die österreichische Sozialdemokratie und Politik über Jahrzehnte begleitet und mitgestaltet haben.

Fünf Bände und 832 Reden als Dokument österreichischer Zeitgeschichte

Heinz Fischer gehörte ab 1971 dem Nationalrat an und erlebte über Jahrzehnte hinweg zahlreiche politische und gesellschaftliche Veränderungen aus unmittelbarer Nähe. Seine parlamentarischen Reden dokumentieren politische Auseinandersetzungen, Entscheidungen und Entwicklungen ihrer jeweiligen Zeit.

Die nun vorliegende fünfbändige Reihe versammelt insgesamt 832 dieser Reden. Dabei geht es nicht nur um das gesprochene Wort selbst: Die Reden werden in ihren jeweiligen politischen und historischen Zusammenhang gestellt und ermöglichen damit auch einen besonderen Blick auf mehrere Jahrzehnte österreichischer Parlaments- und Zeitgeschichte.

Schmid: „Aus der Vergangenheit lernen, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein“

Eröffnet wurde der Nachmittag von Prof. Dr. Gerhard Schmid, Dritter Präsident des Wiener Landtages und SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender.

„Es ist eine große Freude, Heinz Fischer und Hilde Hawlicek heute bei uns begrüßen zu dürfen. Politische Bildung bedeutet für mich immer auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen unterschiedlicher Generationen weiterzugeben. Gerade die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte ist dabei unverzichtbar“, betonte Schmid.

Der Blick zurück sei dabei niemals Selbstzweck: „Wir können sehr viel aus der Vergangenheit lernen, wenn wir für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet sein wollen. Heinz Fischer hat viele Jahrzehnte österreichischer Politik nicht nur beobachtet, sondern an entscheidenden Stellen selbst mitgestaltet. Umso wertvoller ist es, diese Erfahrungen zu dokumentieren, darüber zu diskutieren und sie an kommende Generationen weiterzugeben.“

Fischer: „Reden muss man immer auch in ihrem damaligen Kontext sehen“

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Gespräch von Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer mit Bundesministerin a.D. Dr.in Hilde Hawlicek. Moderiert wurde der Austausch vom Historiker Flavio Schily, BA.

Fischer erinnerte daran, dass die in den fünf Bänden versammelten Reden in sehr unterschiedlichen politischen Situationen entstanden sind:

„Ich durfte über einen sehr langen Zeitraum das politische Leben in unserem Land aus nächster Nähe miterleben und auf unterschiedlichen Ebenen mitgestalten. Gerade meine Zeit als Abgeordneter zum Nationalrat war von zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen geprägt. In den ganzen Jahren sind insgesamt 832 Reden entstanden, die nun in dieser Reihe gesammelt vorliegen.“

Entscheidend sei für ihn, die einzelnen Reden nicht losgelöst von ihrer Entstehungszeit zu betrachten:

„Es ist wichtig, diese Reden immer auch in ihrem damaligen politischen und gesellschaftlichen Kontext zu sehen. Deshalb wird in den Bänden auch Bezug darauf genommen, was zu dieser Zeit rundherum passiert ist. So entsteht nicht nur eine Sammlung von Reden, sondern auch ein Stück dokumentierter österreichischer Zeitgeschichte.“

Einen persönlichen Dank richtete Fischer an seine Frau Margit und an den Czernin Verlag:

„Ich möchte vor allem meiner Frau Margit danken, die mich auf all diesen Wegen begleitet und immer unterstützt hat. Ebenso danke ich dem Czernin Verlag, der das Anliegen, diese 832 Reden gesammelt herauszugeben, aufgenommen und diese umfangreiche Edition ermöglicht hat.“

Hawlicek: „Heinz Fischer und mich verbinden viele gemeinsame Erlebnisse“

Sehr persönlich wurde das Gespräch, als Hilde Hawlicek auf die jahrzehntelange Freundschaft und die zahlreichen gemeinsamen politischen Erlebnisse zurückblickte.

„Heinz Fischer und mich verbinden viele gemeinsame Erlebnisse von Jugend an. Wir waren bereits befreundet, bevor sich unsere politischen Wege immer wieder gekreuzt haben. Gemeinsam haben wir in diesen vielen Jahren auch einiges erreichen können“, erinnerte sich Hawlicek.

Dabei sei beim Rückblick nicht nur die politische Arbeit präsent: „Das Wirken von Heinz Fischer war über Jahrzehnte hinweg für viele Generationen von Politikerinnen und Politikern ein Vorbild. Wenn man heute mit etwas Abstand auf diese lange gemeinsame Zeit zurückblickt, sieht man aber auch, dass es neben den vielen inhaltlichen und politischen Herausforderungen unglaublich viele freudvolle, persönliche und manchmal auch sehr lustige Momente gegeben hat.“

Markytan: „Ein einzigartiger Rahmen für eine ganz besondere Veranstaltung“

Für SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und Bundesrat Wolfgang Markytan war das historische Schlosstheater Schönbrunn der ideale Ort für diesen besonderen Nachmittag.

„Ich war selbst noch nie im Schlosstheater Schönbrunn und habe mich besonders gefreut, dass wir diesen einzigartigen Rahmen für eine ganz besondere Veranstaltung nutzen konnten. Mit mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Heinz Fischer und Hilde Hawlicek zuzuhören, politische Geschichte mit persönlichen Erinnerungen zu verbinden und danach miteinander ins Gespräch zu kommen, war eine einmalige Möglichkeit“, so Markytan.

Gerade diese Verbindung sei ein wesentlicher Bestandteil politischer Bildungsarbeit: „Geschichte wird besonders greifbar, wenn jene Menschen darüber erzählen, die selbst dabei waren und politische Entwicklungen mitgestaltet haben. Genau diesen Austausch zwischen den Generationen wollen wir mit unserer Bildungsarbeit ermöglichen.“

Persönlicher Austausch und Signierstunde zum Abschluss

Auch nach dem offiziellen Teil nahm sich Heinz Fischer ausführlich Zeit für die mehr als 100 Besucherinnen und Besucher. Zahlreiche Gäste nutzten die Möglichkeit für ein persönliches Gespräch und gemeinsame Fotos.

Die vor Ort erhältlichen Bände der Reihe wurden von Fischer persönlich signiert.

Bei kleinen Erfrischungen fand der Nachmittag schließlich seinen Ausklang – mit zahlreichen weiteren Gesprächen über Politik, persönliche Erinnerungen und die Frage, was sich aus den Erfahrungen vergangener Jahrzehnte für Gegenwart und Zukunft lernen lässt.

Bilder der Veranstaltung: SPÖ Bildung/Christian Bader: https://www.flickr.com/photos/196943159@N03/albums/72177720335843224

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