19. März 2026: Nachruf der SPÖ-Bundesbildung auf Dr. Thomas Nowotny

Mit großer Betroffenheit und tiefer Trauer nimmt die SPÖ-Bundesbildung Abschied von unserem Genossen Dr. Thomas Nowotny, der am Montag, dem 9. März 2026, von uns gegangen ist. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen herausragenden Intellektuellen und engagierten Sozialdemokraten, sondern auch einen Menschen, der unsere Bewegung über Jahrzehnte hinweg geprägt und bereichert hat.

Thomas Nowotny konnte auf eine beeindruckende und vielseitige Lebensleistung zurückblicken: Als Sekretär im Büro von Bundeskanzler Bruno Kreisky stand er an der Seite einer prägenden Persönlichkeit der Zweiten Republik. Sein weiterer Weg führte ihn in den diplomatischen Dienst, wo er unter anderem als österreichischer Generalkonsul in New York wirkte und sich als ausgewiesener außenpolitischer Experte etablierte. Über viele Jahre hinweg vermittelte er sein Wissen und seine Erfahrung als Dozent an der Universität Wien an nachfolgende Generationen.

Auch über seine berufliche Laufbahn hinaus blieb Thomas ein zutiefst politischer Mensch. Im Ruhestand widmete er sich mit ungebrochener Energie der Parteiarbeit. Als aktives Mitglied der Sektion Acht brachte er sich mit großem Engagement ein: Er verfasste Anträge, entwickelte fundierte Konzepte und lieferte regelmäßig kluge und pointierte Diskussionsbeiträge, die unsere Arbeit nachhaltig beeinflussten.

Prof. Dr. Gerhard Schmid, Vorsitzender der SPÖ-Bundesbildung und Dritter Präsident des Wiener Landtages, würdigte ihn mit den Worten:
„Mit Dr. Thomas Nowotny verliert die Sozialdemokratie einen der letzten unmittelbaren Wegbegleiter Bruno Kreiskys, einen herausragenden Kenner der internationalen Politik und einen Diplomaten von außergewöhnlicher Integrität. Sein Wirken war stets getragen von einem tiefen Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Republik und den Grundwerten unserer Bewegung. Als Universitätslehrer und politischer Denker hat er Generationen geprägt und inspiriert. Er war ein aufrechter Sozialdemokrat, dessen Stimme Gewicht hatte – weil sie von Erfahrung, Haltung und unerschütterlicher Überzeugung getragen war.“

Doch Thomas Nowotny war weit mehr als seine beeindruckende Vita. Er war ein Mensch von außergewöhnlicher Haltung und menschlicher Größe. Stets freundlich im Umgang, wissbegierig und zugleich unbeugsam in seinen Überzeugungen, verstand er es, Menschen zu inspirieren und zum Denken anzuregen. Viele von uns durften von seinem Wissen, seiner Erfahrung und seiner klaren politischen Haltung lernen.

Sein Charakter, sein Engagement und sein Lebenswerk werden uns auch in Zukunft Orientierung und Vorbild sein. Der Verlust eines so verdienten Genossen und Mitstreiters schmerzt uns zutiefst.

Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Frau Eva und seiner Familie.

Wir werden Thomas Nowotny ein ehrendes Andenken bewahren und bleiben ihm in ewiger Freundschaft verbunden.

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