24. November 2023: Erinnerung an Ernst Nedwed

Vor zehn Jahren starb Ernst Nedwed im 85. Lebensjahr. Ernst Nedwed wurde am 26. Mai 1929 in Wien geboren. Ab 1944 war er im Jugendwiderstand aktiv. Dieser hatte folgende Schwerpunkte: Nichtmitgliedschaft bei der Hitlerjugend (Die Mitgliedschaft wurde durch das Reichsjugendpflichtgesetz gefordert.), abhalten von Jugendlichen, sich
freiwillig zu bewaffneten Einheiten der Nazis, insbesondere der SS, zu melden, abhören von sogenannten „Feindsendern“ und Weitergabe von Informationen, die von den Alliierten geschickt, mit der von den Nazis verbotene Musik, nach Deutschland gefunkt wurde. Das waren gefährliche Aktivitäten, die bei Auffliegen einer Gruppe, die sich mit diesen Themen befasste, mit Einweisung in Jungendkonzentrationslager etc. bestraft wurde.

Ernst Nedwed absolvierte die HTL-Maschinenbau und trat 1949 in den Dienst des Wiener Stadtbauamts. Ab Mai 1945 war er in der Sozialistischen Jugend aktiv, war später Mitglied des Wiener und des Verbandsvorstandes der SJ. Schon in der Jugend war Ernst Nedwed vor allem im Bildungsbereich tätig, in den 1960er-Jahren Bezirksvorsitzender der Jungen Generation in der SPÖ, Sektionsvorsitzender und Bildungsvorsitzender der SPÖ Fünfhaus. 1976 wurde er Vorsitzender der SPÖ Wiener Bildung, 1988 Vorsitzender der SPÖ Fünfhaus. Der Antifaschismus war ihm von
Jugend an ein zentrales Anliegen. 1995 wählte ihn die Landekonferenz zum Wiener Vorsitzenden der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen, von 2007-2013 fungierte er als Bundesvorsitzender. In beiden Funktionen zeichnete ihn eine ebenso kritische wie hohe Loyalität zu unserer Partei aus. Im April 1969 wurde Ernst Nedwed in den Wiener Landtag gewählt, von 1979-1992 gehörte er dem Nationalrat an.

Schwerpunkte seiner Aktivitäten waren Kunst und Kultur sowie Unterricht. Ernst Nedwed war ein Internationalist. So nahm er an einer Informationsreise der SPÖ nach Zentralamerika teil und interessierte sich dabei besonders für die revolutionär-politische Entwicklung Kubas und Nicaraguas. Bereits 2015 erfolgte die Benennung der Wohnhausanlage Gablenzgasse 95-99 in seinem Heimatbezirk nach Ernst Nedwed. Sein Grab befindet sich auf dem Südwestfriedhof (Gruppe 40, Reihe 1, Nr. 19). Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!

Ali Kohlbacher

Quelle „Der Sozialdemokratische Kämpfer 7-8-9/2023“ 

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