3. Mai 2021: Stein der Erinnerung von Rapid

Am 27. Jänner 2021 war der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Anlass dafür ist der Jahrestag der Befreiung des Lagers Auschwitz-Birkenau 1945. Der SK Rapid, Österreichs beliebtester Fußballklub mit den meisten AnhängerInnen, nahm dies zum Anlass, um einen Blick auf die eigene Geschichte zu werfen. Anton Bergauer war dabei, als in Hietzing im Gedenken an Alfred „Fritz“ Dünmann ein Stein der Erinnerung eingeweiht wurde.

Alfred „Fritz“ Dünmann, geboren am Dezember 1884 in Wien, war in der Frühphase des SK Rapid als Spieler im Einsatz und hat zudem für das österreichische Nationalteam als Stürmer gespielt. In einer Festschrift anlässlich des 20. Geburtstags des SK Rapid 1919 hieß es über ihn: „Dünmann, der schlanke, sehnige Bursche mit dem markanten scharfen Profil, war einer der schneidigsten und geistesgegenwärtigsten Stürmer, die wir je in unserer Mitte hatten.“ Die Enthüllung in der Feldkellergasse 38 nahmen Präsident Martin Bruckner, die beiden Geschäftsführer Christoph Peschek und Zoran Barisic, Rapideum-Koordinator Laurin Rosenberg und der gf. Vorsitzende des
Bundes der FreiheitskämpferInnen Gerald Netzl vor.

Wobei Gen. Netzl nicht nur in seiner FreiheitskämpferInnen-Funktion dabei war, sondern als Vorsitzender des Fanklubs „Grün-weiße AkademikerInnen“, der die Finanzierung des Steines der Erinnerung übernahm. Damit verlegte Rapid bereits den
zweiten Stein der Erinnerung nach jenem für Wilhelm Goldschmidt, dem Namensgeber des SK Rapid, am 27. Jänner 2019 in der Großen Schiffgasse 22. Dünmann wurde als Jude im Rahmen des Novemberpogroms zunächst nach Dachau gebracht. Aus diesem KZ wurde er unter der Bedingung, das Deutsche Reich sofort zu verlassen, Anfang 1939 entlassen und floh nach Frankreich ins Exil.

Ende 1941 wurde er, der sich in der unbesetzten Zone im Süden des Landes aufhielt, abermals inhaftiert, über verschiedene Zwischenstationen nach Auschwitz deportiert
und dort ermordet. Man wünscht sich, dass auch andere Fußballvereine in Wien bzw. in Österreich diesem Beispiel folgten und an Opfer des Nationalsozialismus aus ihren Reihen erinnern.

Bild und Autor: Anton Bergauer
Zur Verfügung gestellt von: http://www.freiheitskaempfer.at/wp-content/uploads/2021/04/FK_01_02_03_Stand_12_04_2021_low_res9a.pdf

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