18. Mai 2026: „Wenn wir einst nicht mehr sind, werden diese Steine für uns sprechen“ – Neustart des Franz-Siegel-Vereins

Mit einer Generalversammlung im Palais Niederösterreich startet der Franz-Siegel-Verein am heutigen Montag, 18. Mai 2026, in eine neue Phase seiner Vereinsarbeit. Der Verein, der sich in der Tradition des „Roten Wien“ und der österreichischen Arbeiter*innenbewegung versteht, will sich nach Jahren weitgehender Inaktivität organisatorisch und inhaltlich neu aufstellen. Gehostet bzw. mitbegleitet wird die Veranstaltung von der Wiener Bildungsakademie, dem SPÖ Niederösterreich Landtagsklub sowie der SPÖ Bundesbildung.

Die Generalversammlung beginnt um 16 Uhr im Palais Niederösterreich in der Wiener Herrengasse. Ab 16:30 Uhr steht die Generalversammlung des Vereins auf dem Programm, gefolgt von der Wahl des neuen Vorstandes um 17 Uhr. Der Einlass der Gäste beginnt um 17:30 Uhr, ehe ab 18 Uhr die öffentliche Diskussion unter dem Titel „Wenn wir einst nicht mehr sind, werden diese Steine für uns sprechen.“ über die Bühne geht. Das Zitat des früheren Wiener Bürgermeisters Karl Seitz bei der Eröffnung des Karl-Marx-Hofes im Jahr 1930 bildet dabei den programmatischen Rahmen des Abends und verweist auf die bis heute sichtbaren sozialen Errungenschaften des „Roten Wien“.

Durch den Abend führt Wolfgang Markytan, MA, Bundesrat und Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ. In seiner Moderation schlägt er die Brücke zwischen der historischen Bedeutung Franz Siegels, der Arbeit des Vereins und den aktuellen politischen Herausforderungen im Bereich Wohnen und sozialer Infrastruktur.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Erinnerung an Franz Siegel, der als Gewerkschafter und politischer Funktionsträger maßgeblich an der Organisation der Bauarbeiter sowie am Aufbau sozialer Infrastruktur in Wien beteiligt war. Diskutiert werden auch aktuelle Fragen rund um leistbares Wohnen, soziale Rechte und die Rolle öffentlicher Wohnbaupolitik.

Ab 18 Uhr diskutieren Wohnbaustadträtin Mag.a Elke Hanel-Torsch und die Historikerin Dr.in Karin Moser über Leben und Wirken Franz Siegels sowie über die politische Bedeutung des Wohnbaus heute. Während Moser historische Entwicklungen und die Bedeutung des „Roten Wien“ einordnet, bringt Hanel-Torsch ihre Perspektiven zu leistbarem Wohnen, sozialen Rechten und den Herausforderungen moderner Wohnpolitik ein. Die Gesprächsrunde ist bewusst als kleiner, offener Austausch mit politischen Statements, historischen Verbindungen und persönlichen Perspektiven angelegt.

Die Generalversammlung versteht sich zugleich als Ausgangspunkt für einen Neustart des Franz-Siegel-Vereins. Künftig soll der Verein wieder verstärkt als Plattform für politische Bildung, historisches Bewusstsein und gesellschaftspolitische Debatten wirken – getragen von der Idee, soziale Errungenschaften nicht nur zu bewahren, sondern aktiv weiterzuentwickeln.

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