Am 8. Mai 2026 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 81. Mal. Aus diesem Anlass veranstaltet das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) auch heuer wieder das Fest der Freude am Wiener Heldenplatz. Seit 2013 verbindet diese Veranstaltung das Gedenken an die Opfer der NS-Terrorherrschaft mit der Freude über die Befreiung vom Nationalsozialismus.
Das Fest beginnt um 19:30 Uhr und steht 2026 unter dem thematischen Schwerpunkt „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus“. Damit rückt ein besonders wichtiger Aspekt der historischen Aufarbeitung in den Mittelpunkt: die Auseinandersetzung mit Verantwortung, Mitwirkung und Schuld in der NS-Zeit.
Ein zentraler Bestandteil des Abends ist die Rede der Zeitzeugin Lucy Waldstein, die als jüdisches Kind 1938 aus Wien fliehen musste. Ihre Lebensgeschichte steht stellvertretend für viele Schicksale der Shoa. Waldstein wurde 1930 in Wien geboren und konnte mit ihrer Familie nur knapp der Verfolgung entkommen. Nach Stationen in England und Trinidad emigrierte sie später in die USA, wo sie ihre Erfahrungen über Jahrzehnte hinweg an junge Menschen weitergab. Ihre Erzählungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und zur Weitergabe historischer Verantwortung an kommende Generationen.
Neben der Zeitzeugenrede sprechen auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie der Vorsitzende des Mauthausen Komitees, Willi Mernyi. Musikalisch wird das Fest von den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Ingo Metzmacher gestaltet. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge internationaler Komponisten sowie zeitgenössische Musik. Den feierlichen Abschluss bildet – wie jedes Jahr – die „Ode an die Freude“ aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie.
Das Fest der Freude ist mehr als eine Gedenkveranstaltung: Es ist ein öffentliches Zeichen gegen das Vergessen und für eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte unter Druck geraten, ist die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Bedeutung von Freiheit, Menschenrechten und Solidarität von zentraler Bedeutung.
Das Fest lädt dazu ein, gemeinsam innezuhalten, zu erinnern und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.
Weitere Infos (Quelle) zum Fest der Freude hier:
https://www.festderfreude.at/de
sowie das Programm 2026 hier: