11. August 2022: Die Wiener Parteischule besuchte das Museum Marienthal

Das Buch »Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langdauernder Arbeitslosigkeit« (zuerst Leipzig 1933) gehört heute zu den international bekanntesten Werken österreichischer Wissenschaft. Diese sogenannte Marienthal-Studie gilt als eine der bedeutendsten Gemeindestudien, als Pionierarbeit auf dem Gebiet der Soziographie, als noch immer aktuelles Grundlagenwerk der Arbeitslosenforschung und als wegweisendes Projekt der empirischen Sozialforschung. Bekannt wurde die Studie auch durch Karin Brandauers Film »Einstweilen wird es Mittag…« (1987/88).

Um diese für die österreichische Kulturgeschichte bedeutende Fabrik und Arbeiterkolonie Marienthal auch vor Ort zu dokumentieren, wurde auf Initiative des Archivs für die Geschichte der Soziologie in Österreich (AGSÖ), Karl-Franzens-Universität Graz, und in Kooperation mit der Marktgemeinde Gramatneusiedl das Museum Marienthal gegründet, getragen vom »Kulturverein Museum Marienthal-Gramatneusiedl«.

Besuchen Sie Marienthal, einer der ältesten noch immer aktiven Industriestandorte Österreichs. Spazieren Sie durch seine denkmalgeschützte Arbeitersiedlung. Unmittelabr daneben befindet sich das Museum, das bei kostenlosem Eintritt täglich, auch sonn- und feiertags, von 8 bis 18 Uhr geöffnet ist; zum Öffnen der Eingangstür ist eine Bankomat-Karte, Kredit-Karte oder e-card notwendig. Im Museum erfahren Sie mehr über die Marienthal-Studie, die Fabrik und die Arbeiterkolonie Marienthal, den international wohl bekanntesten Ort österreichischer Wissenschaft im ländlichen Raum.

Das Museum Marienthal

Das am 1. Oktober 2011 eröffnete Museum Marienthal ist täglich, auch sonn- und feiertags, geöffnet, kostenlos zugänglich und behindertengerecht gestaltet. Das Gebäude selbst ist ein originalnaher Nachbau des ehemaligen Lokals des »Consum-Vereins Marienthal«, kurz »Consum« genannt, der einstigen Textilfabrik Marienthal aus dem Jahr 1864.

Das Museum, welches unmittelbar bei der denkmalgeschützten Arbeitersiedlung Marienthal liegt, verfügt über einen Ausstellungs- und einen Medienraum sowie über sanitäre Anlagen.

Das Museum Marienthal gibt einen Überblick über die Geschichte der Fabrik und Arbeiterkolonie Marienthal im Kontext des ehemaligen Bauerndorfs Gramatneusiedl, verdeutlicht die hoch entwickelte Arbeiterkultur und bemerkenswerte Unternehmerkultur, dokumentiert Marienthal als einen der ältesten noch aktiven Industriestandorte Österreichs, und es informiert über wesentliche Aspekte der sogenannten Marienthal-Studie sowie deren Projektteam.

Kurator

Reinhard Müller

Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich, Karl-Franzens-Universität Graz

Recherche, Bildauswahl und Texte

Reinhard Müller, Graz © 2011

Ausstellungsdesign, Layout und Bildbearbeitung

Burkhard Gager, Stegersbach

Planung, Leitung und Umsetzung des Innenausbaus

Erwin Milalkovits, Gramatneusiedl

Projektbegleitung

Waltraud Milalkovits, Gramatneusiedl

Martin Petschnig, Baden

Tibor Schwab, Gramatneusiedl

Lektorat

Beatrix Müller-Kampel, Graz

Matthias J. Pernerstorfer, Wien

Das Gebäude des Museums ist Eigentum der Marktgemeinde Gramatneusiedl, die Innenausstattung Eigentum des »Kulturvereins Museum Marienthal-Gramatneusiedl«, der auch Betreiber und Verwalter des Museums Marienthal ist. Sämtliche Urheberrechte für die Präsentation im Museum liegen bei Reinhard Müller vom Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich (AGSÖ), Karl-Franzens-Universität Graz, der Initiator des Museums.

Als integrierter Bestandteil des Museums Marienthal soll später im nahe gelegenen Arbeiterwohnhaus Nusshof, Hauptstraße 60, eine Wohnung als Ergänzung genutzt werden. Im Zuge der Revitalisierung der Arbeitersiedlung Marienthal wurden auch bei diesem Haus 2001 jeweils zwei ehemalige Wohnungen zu einer zusammengelegt. Dadurch ist es nunmehr möglich, in einem Teil der neuen Wohneinheit eine alte Arbeiterwohnung mit originaler Möblierung aus der 1920er Jahren (Schenkung von Ingrid Neuber, Mitterndorf an der Fischa) einzurichten, im anderen Teil ein museal gestaltetes Archiv mit originalen Objekten und Dokumenten.

Das Museum ist täglich, auch sonn- und feiertags, von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen

 Kurze Geschichte des Museums Marienthal

 Zur Geschichte des Gebäudes »Museum Marienthal«

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