11. Oktober 2021: Campus der Uni Wien, Alte Kapelle – Symposium „Lobbyismus für NS-Verbrecher? Umgang mit NS-Kriegsverbrechern in Deutschland und Österreich nach 1945“

Das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien lädt zu einem Symposium in dem diskutiert wird, wie sich in der Bundesrepublik Deutschland aus Netzwerken von Kirchenverbänden, Veteranenvereinigungen und Diplomaten eine einflussreiche Interessenvertretung formierte, die rechtliche und materielle Hilfe leistete. Doch gilt dieser Befund auch für Österreich?

Und während Opfer des NS-Regimes um gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung kämpften, gab es für verurteilte Kriegsverbrecher schon bald Unterstützung auf höchster politischer Ebene, die schließlich zu weitreichenden Amnestien führte.

Das Symposium diskutiert die unterschiedliche Herangehensweise an das „Kriegsverbrecherproblem“ in Deutschland und Österreich, und fragt, wie dies möglich war.

Es war eines der erklärten Kriegsziele der Alliierten seit der Moskauer Konferenz 1943, NS-Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen. Doch in der Praxis stand das Prozessprogramm der Alliierten vor vielen Schwierigkeiten, die die Politik der Abrechnung zugunsten eines einfacheren Wiederaufbaus bald erlahmen ließen. Die Bundesrepublik Deutschland sowie die Republik Österreich sind interessante Vergleichsfälle durch eine unterschiedliche Vergangenheitspolitik und unterschiedlichen Druck der Alliierten.

Neben den vier Alliierten führten auch viele europäische Länder Kriegsverbrecherprozesse durch, doch auch hier holten pragmatische Überlegungen die Planungen bald ein, so dass nur ein Bruchteil der Verdächtigen vor Gericht kam. Gleichzeitig formte sich für die tatsächlich Verurteilten eine bemerkenswerte Allianz, die „Kriegsverbrecherlobby“ (Felix Bohr).

Das Symposium diskutiert, wie sich in der Bundesrepublik Deutschland aus Netzwerken von Kirchenverbänden, Veteranenvereinigungen und Diplomaten eine einflussreiche Interessenvertretung formierte, die rechtliche und materielle Hilfe leistete. Doch gilt dieser Befund auch für Österreich? Und während Opfer des NS-Regimes um gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung kämpften, gab es für verurteilte Kriegsverbrecher schon bald Unterstützung auf höchster politischer Ebene, die schließlich zu weitreichenden Amnestien führte. Das Symposium diskutiert die unterschiedliche Herangehensweise an das „Kriegsverbrecherproblem“ in Deutschland und Österreich, und fragt, wie dies möglich war.

Programm

Ab 13.00 Uhr:   Welcome Coffee

13.30 Uhr:         Eröffnung durch die SprecherInnen des FSP Bertrand Perz, Kerstin Susanne Jobst, Übergabe an Kerstin v. Lingen

13.45 Uhr:         Vortrag/ Buchvorstellung Felix Bohr, Berlin: „Die Kriegsverbrecherlobby“, Kommentar Kerstin v. Lingen (Uni Wien), Fragerunde

14.45 Uhr:         Vortrag Philipp Glahé, Uni Heidelberg: „Der Heidelberger Juristenkreis. Amnestielobbyismus für NS-Verbrecher“, Kommentar: Miloš Vec (Uni Wien), Fragerunde

15.45-16.15       Kaffeepause

16.15 Uhr:         Vortrag Christian Rabl (Zeithistorisches Zentrum Melk): „Soziales Umfeld – Kirche – Parteien: Interventionen für verurteilte NS-Verbrecher am Beispiel der Dachauer Mauthausen-Prozesse“, #

            Kommentar: Claudia Kuretsidis-Haider (DÖW), Fragerunde

17:15 Uhr:         Round Table (TeilnehmerInnen: Claudia Kuretsidis (DÖW), René Bienert (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg), Miloš Vec (Uni Wien)

Link zur Veranstaltung: https://zeitgeschichte.univie.ac.at/news-events/detailansicht/news/1110-symposium-lobbyismus-fuer-ns-verbrecher-umgang-mit-ns-kriegsverbrechern-in-deutschland-und-oe/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3ac09a2cb534240d6d8aaeb5bb74fe26

Teilnahme nur nach schriftlicher Anmeldung bis 3.10.2021 bei Erika Stiller-Lanz erika.stiller@univie.ac.at , Einlass nur mit 3G Nachweis!

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