20. Juni 2021: Von der SPÖ-Bundesbildungskonferenz am Samstag, 8. Mai 2021: Bildung im Mittelpunkt der politischen Arbeit der Sozialdemokratie

Antrag Nummer 7

Eingebracht vom Landesbildungsausschuss Tirol

Bildung im Mittelpunkt der politischen Arbeit der Sozialdemokratie

In der Geschichte der Zweiten Republik war es stets die Sozialdemokratie, die den Zugang zu Bildung für alle vorangetrieben hat. Die Gründung der Volkshochschulen, der freie Hochschulzugang und die Schulbuchaktion sind nur einige prägende Erfolge unserer Bewegung. Die neoliberalen und rechten Kräfte jedoch arbeiten täglich und mit Vehemenz daran, unser Bildungssystem durch frühe (und immer frühere) Segregation zu einem Zweiklassensystem zu machen und höhere Bildung vornehmlich den Eliten zu erschließen. Arbeiter*innenkinder bzw. Kinder, deren Eltern über keinen akademischen Abschluss und/oder über ein geringes Einkommen verfügen, haben im Laufe ihrer Bildungslaufbahn weitaus geringere Chancen, ihre Talente zu entfalten, Förderung zu erfahren und ihren Weg in Selbstbestimmung und Freiheit zu wählen. Ganz im Gegenteil hat die Ungleichheit in der Bildung in den letzten Jahrzehnten – vor allem seit Schwarz-Blau I – massiv zugenommen. Mit der Corona-Pandemie wird sich nicht nur die Ungleichheit zwischen Arm und Reich, sondern auch die Ungleichheit des Zugangs zur Bildung weiter verschärfen. Es gibt viele Facetten dieser Ungleichheit – sei es die zu kleine Wohnung, um den eigenen Kindern im Distance Learning einen passenden Lernarbeitsplatz anzubieten, sei es die Student*in, die sich keinen neuen Laptop leisten kann oder der/die Mittelschüler*in, dessen Eltern ihn/sie nach einer 10-Stunden-Schicht einfach nicht so gut unterstützen können, wie er es vielleicht bräuchte.

Um es mit der ehemaligen Bildungsministerin Sonja Hammerschmid zu sagen: „Wir müssen die Kinder in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen und die Talente und Potenziale jedes einzelnen Kindes, individuell beginnend mit der Elementarpädagogik, fördern. Egal woher sie kommen, welchen Namen sie tragen und wer ihre Eltern sind.“

Stellen wir die Bildungspolitik wieder in den Mittelpunkt der Sozialdemokratie und entwerfen wir mutige, fortschrittliche und gesamtheitliche Konzepte und Ideen, die Kinderbildung und Schule vom Kind her denken, die kompromisslos den Menschen in den Mittelpunkt stellen und nicht die individuelle Finanzkraft oder die Verwertbarkeitslogik des sogenannten freien Marktes.

Deshalb fordert die SPÖ-Bundesbildungskonferenz 2021:

  • es soll eine bundesweite Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die ein fortschrittliches, innovatives und gesamtheitliches Konzept des österreichischen Bildungssystems ausarbeitet unter Einbeziehung von Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis.
  • ein überparteilicher Bildungskonvent mit Wissenschaft und Expert*innen soll forciert werden mit dem Ziel, das österreichische Bildungssystem zukunftsfit zu machen.
  • es soll eine bundesweite SPÖ-Bildungskampagne gestartet werden.
  • solidarische Bildungspolitik soll als Herzstück der Sozialdemokratie verstanden und definiert werden. Im Sinne dieses Verständnisses sollen Maßnahmen gesetzt werden, welche auch öffentlich transportiert und politisch offensiv eingefordert werden.

Abstimmung:

►►                 Annahme
►► Zuweisung an Bundesparteivorstand und Nationalratsklub

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