7. September 2026: Alles Gute zum Schulstart!

Am Montag, 7. September, beginnt in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland für rund 453.000 Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr. Eine Woche später enden die neunwöchigen Sommerferien auch für die Schülerinnen und Schüler in Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg.

Für hunderttausende Kinder und Jugendliche beginnt damit ein neues Kapitel. Viele kehren nach den Sommerferien in ihre vertrauten Klassengemeinschaften zurück, andere betreten zum ersten Mal eine Schule, wechseln in eine neue Schulform oder lernen neue Mitschülerinnen und Mitschüler sowie Pädagoginnen und Pädagogen kennen.

Ein Schulbeginn bedeutet aber weit mehr als Stundenpläne, Hefte und neue Schulbücher. Schule ist ein zentraler Lebensraum junger Menschen. Hier wird gelernt und diskutiert, werden Freundschaften geschlossen, Talente entdeckt und Zukunftsperspektiven entwickelt.

Wir wünschen allen Kindern und Jugendlichen, dass sie ihre Schule als einen Ort erleben, an dem sie gerne lernen, sich sicher fühlen und unabhängig von ihrer Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern die besten Chancen erhalten.

Mit dem neuen Schuljahr werden auch einige bildungspolitische Maßnahmen weitergeführt beziehungsweise ausgebaut.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Chancenbonus zu. Schulen mit größeren sozialen Herausforderungen sollen zusätzliche Ressourcen erhalten. Für das Jahr 2026 sind dafür laut Regierungsprogramm 65 Millionen Euro vorgesehen. Damit soll dort gezielt unterstützt werden, wo Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer sozialen Ausgangslage besondere Unterstützung benötigen.

Das ist ein wichtiger Ansatz. Denn Bildungschancen dürfen nicht davon abhängen, in welche Familie ein Kind geboren wird, welche Sprache zu Hause gesprochen wird oder wie hoch das Einkommen der Eltern ist. Unser Anspruch muss eine Schule sein, die unterschiedliche Voraussetzungen ausgleicht und allen Kindern Möglichkeiten eröffnet.

Weiter ausgebaut werden auch Maßnahmen im Bereich der Deutschförderung und Schulsozialarbeit. Gerade Sprachförderung, psychosoziale Unterstützung und multiprofessionelle Teams sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Pädagoginnen und Pädagogen ihren Bildungsauftrag bestmöglich erfüllen können.

Digitale Bildung bleibt ebenfalls ein wichtiges Thema. Im Schuljahr 2026/27 wird die Geräteinitiative „Digitales Lernen“ noch nach dem bisherigen Modell fortgeführt. Gleichzeitig wird bereits eine Neuordnung vorbereitet, durch die digitale Endgeräte künftig zu einem späteren Zeitpunkt in der Schullaufbahn ausgegeben werden sollen.

Auch das bereits eingeführte Nutzungsverbot für Mobiltelefone und vergleichbare Geräte an Schulen der Primarstufe und Sekundarstufe I begleitet Schülerinnen und Schüler weiterhin durch den Schulalltag. Die Herausforderung bleibt dabei, digitale Medien nicht einfach aus der Schule zu verbannen, sondern jungen Menschen einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang damit zu vermitteln.

Diskussionen über Integration und ZusammenlebenDas neue Schuljahr beginnt gleichzeitig mit intensiven politischen Diskussionen über Integration, gesellschaftliches Zusammenleben und religiöse Symbole. Dazu zählt insbesondere die Debatte über ein Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren.

Gerade bei solchen Fragen braucht es eine sachliche und verantwortungsvolle Diskussion. Schule muss ein Ort sein, an dem Kinder unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht gleiche Möglichkeiten haben und sich frei entwickeln können. Gleichzeitig müssen Grundrechte, Integration, Gleichstellung und das Kindeswohl sorgfältig miteinander abgewogen werden.

Bildungspolitik darf sich jedoch nicht in einzelnen Symbolfragen erschöpfen. Entscheidend ist, ob ausreichend Pädagoginnen und Pädagogen vorhanden sind, ob Kinder die notwendige Sprachförderung erhalten, ob Schulen mit besonderen Herausforderungen zusätzliche Unterstützung bekommen und ob Eltern darauf vertrauen können, dass ihre Kinder gut betreut und gefördert werden.

Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher und politischer Veränderungen kommt der Schule noch eine weitere zentrale Aufgabe zu: Junge Menschen sollen lernen, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, Informationen kritisch zu hinterfragen, miteinander zu diskutieren und demokratische Entscheidungen zu respektieren.

Politische Bildung und Demokratiebildung sind deshalb keine Nebenthemen. Sie gehören zu den Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft.

Dazu braucht es vor allem Menschen, die diese Aufgabe jeden Tag mit Leben erfüllen. Deshalb gilt unser besonderer Dank allen Lehrerinnen und Lehrern, Direktorinnen und Direktoren sowie den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Betreuung, Verwaltung, Schulsozialarbeit, Freizeitpädagogik und Unterstützungssystemen.

Ebenso wünschen wir allen Eltern und Familien einen guten Start. Gerade die ersten Schultage sind häufig mit viel Organisation, aber auch mit Erwartungen, Hoffnungen und manchmal Sorgen verbunden.

Wir wünschen daher allen Schülerinnen und Schülern viel Freude am Lernen, Neugier auf Neues, gute Freundschaften und Menschen an ihrer Seite, die sie unterstützen und ermutigen.

Allen Pädagoginnen und Pädagogen sowie allen Beschäftigten an unseren Schulen wünschen wir Kraft, Freude und die notwendige Unterstützung für ihre wichtige Arbeit.

Und den Eltern wünschen wir, dass sie ihre Kinder auf diesem Weg mit Zuversicht begleiten können.

Alles Gute zum Schulstart und ein erfolgreiches, spannendes und vor allem chancenreiches Schuljahr 2026/27!

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