Josef Hindels
Im Zuge ihrer jährlichen Veröffentlichung widmete der Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung die von Wolfgang Greif verfasste Ausgabe 2025 dem Genossen Josef Hindels. Auf gut 80 Seiten wird das Leben und Wirken des mahnenden Antifaschisten und überzeugten Sozialisten präsentiert, versehen mit zahlreichen Bildern und Zitaten. In kurzen Kapiteln beschreibt Greif die Herkunft von Hindels, seinen Weg zur Sozialdemokratie und allen voran sein Handeln über die Zeit hinweg. Besonderes Augenmerk sollte hierbei auf ein Kapitel gelegt werden, das sich seinen antifaschistischen Tätigkeiten, insbesondere in unserer Organisation, widmet. Hindels war neben Rosa Jochmann über zwei Jahrzehnte an der Spitze der FreiheitskämpferInnen tätig, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Partei. Großer Wert wird auf seine Tätigkeit als Autor gelegt, hat er doch über die Jahre hinweg zahlreiche Broschüren, Bücher und Artikel über Faschismus und seine Entstehung, Herrschaftssystem und Folgen geschrieben.
Hohen Stellenwert hatte für Hindels seit jeher die Bildung junger GenossInnen, war er selbst mehrere Jahre nach dem Exil als Bildungsreferent der Sozialistischen Jugend und danach in der GPA tätig. Für ihn als belesenen Austromarxisten und überzeugten Sozialisten war die Auseinandersetzung mit den jungen GenossInnen überaus wichtig, wollte er ihnen immer wieder die „Fackel des Sozialismus“ als Werkzeug in die Hand geben, um eines Tages doch noch das Ziel einer Gesellschaft der Freien und Gleichen zu erreichen. Hervorzuheben sind hier Seminare und Tagungen, die er gemeinsam mit Manfred Ackermann und der SJ organisierte. Alfred Dallinger, Weggefährte in der GPA, meinte in diesem Kontext „Die Gewalt seiner Sprache, die Klarheit seiner Formulierungen, sein Ausdruck und damit der Eindruck, den er besonders auf junge Menschen macht, ist heute nahezu legendär.“ Als sozusagen „organischer Intellektueller“ handelte er als Brückenbauer und als Vermittler in der Idee Antonio Gramscis.
Wenn von Josef Hindels die Rede ist betonen wir seine mahnende und antifaschistische Seite, die er besonders bei Veranstaltungen und Parteitagen zeigte. Er war selbst überrascht, dass es Ende der 1980er-Jahre intern mithilfe der „Vranitzky-Doktrin“ zu einer klaren Abgrenzung der SPÖ gegenüber der FPÖ kam. Er hatte großen Anteil an dieser Entscheidung gehabt durch seine Tätigkeit. Er selbst war Opfer zweier Faschismen gewesen, wusste aufgrund seiner Bildung viel über die Verbrechen und versuchte stets, den Antifaschismus und Sozialismus in der SPÖ hochzuhalten.
Kurz und packend erzählt Greif von der Geschichte und dem langfristigen Wirken des Genossen Hindels, was besonders in heutiger Zeit sehr wohl hervorgehoben werden soll und muss. Pflichtliteratur für Sozialdemokratische FreiheitskämpferInnen (Anfragen, Bestellungen: office@vga.at).
Text: Alexander Rath
Illustration: Cover_VGA_Hindels.pdf