In dem Buch verfolgen die AutorInnen die Vorläufer, Theorien und Praktiken der linksradikalen AntifaschistInnen und erläutern konkret die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der gegenwärtigen Ausprägungen, wie „Antideutsche“, „Antinationale“ oder „Bewegungslinke“. Den LeserInnen bietet sich mit diesem Buch die Möglichkeit, Erkenntnisse über bereits erarbeitete und verworfene Theorien sowie Erfolge und Niederlagen der Praxis zu sammeln, was gerade für die moderne, sich im stetigen Wandel befindliche, radikale Antifa von großer Bedeutung ist. Das Buch hilft dabei, Wissen um die eigene Geschichte zu erlangen, damit das Rad nicht immer neu erfunden werden muss. Stattdessen können die LeserInnen die Entwicklung einer gesellschaftlich wirksamen, emanzipatorischen Bewegung vorantreiben. (Verlagstext)
Der Antifaschismus ist seit hundert Jahren eines der zentralen Aktionsfelder der politischen Linken, von sozialdemokratisch bis kommunistisch und anarchistisch. Das Buch richtet sich erkennbar auch gegen die „Geschichtsvergessenheit“ eines Teils der Linken. Dabei ist die Geschichte der Antifa auch immer eine Geschichte der Linken. Das Buch ist insgesamt vor allem ein sehr guter Abriss der antifaschistischen Geschichte Deutschlands (andere Länder werden leider nicht analysiert) und damit für alle an dieser Thematik Interessierten ein Lesetipp. Apropos Lesetipp: Das sehr breite Literaturverzeichnis umfasst acht Seiten.
Noch immer gilt das Diktum von Max Horkheimer „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“
Illustrationen: Cover_Antifa_Keller.jpg
Mirja Keller, Moritz Krawinkel, Jan Schlemermeyer, Lena Kögler: Antifa. Geschichte und Organisierung, Schmetterling, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-89657-696-5, 180 Seiten, € 12,40
Text: Rezension von Gerald Netzl
Quelle „Der Sozialdemokratische Kämpfer 10-11-12/2023“