4. September 2019: 150. Geburtstag von Karl Seitz

Am Mittwoch 4. September 2019 jährt sich der Geburtstag des großen Wiener Bürgermeisters und längstdienensten SPÖ Vorsitzenden Karl Seitz zum 150. Mal. Dazu trafen Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid mit Wiener Bildungsakademie Direktor und Landtagsabgeordneter Mag. Marcus Schober, Landtagsabgeordneter Gerhard Spitzer sowie Vorsitzender der Freiheitskämpfer Gerald Netzl mit Bezirksvorsteher Georg Papai zusammen.

SPÖ Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid und Bezirksvorsteher Georg Papai

Direktor der Wiener Bildungsakademie Mag. Marcus Schober, SPÖ Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid und SPÖ Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, MA

Ab seinem 11. Lebensjahr als Halbwaise im städtischen Waisenhaus aufgewachsen, gründete der junge Lehrer Karl Seitz 1889 eine erste sozialdemokratische Lehrerorganisation; Obmann des jungen „Zentralvereins der Wiener Lehrerschaft“ wurde er 1897. Seine politische Betätigung mündete nach einer Disziplinaruntersuchung in seine Entlassung. Seitz war in der Bildungsarbeit der ‘Partei‘ tätig und erlangte als hervorragender Redner große Popularität.

Als die Sozialdemokraten, Christlichsozialen und Großdeutschen nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches 1918 an die Errichtung der Republik gingen, wurde Seitz einer der drei Präsidenten der Provisorischen Nationalversammlung. Die Konstituierende Nationalversammlung wählte ihn am 3. März 1919 zu ihrem Ersten Präsidenten und damit zum ersten Staatsoberhaupt der neuen Republik.

Karl Seitz, übernahm nach dem Tod Victor Adlers am 11. November 1918 den Parteivorsitz, er gehörte dem Nationalrat bis 1934 an.
1923 folgte Karl Seitz Jakob Reumann als Bürgermeister von Wien und stand mehr als zehn Jahre lang an der Spitze des großen kommunalen Aufbauwerkes, das als das “Rote Wien” weltweit berühmt wurde.

Am 12. Februar 1934 wurde Seitz im Rathaus verhaftet und blieb ohne Anklageerhebung bis Jahresende in Haft. Seitz weigerte sich Österreich zu verlassen, auch nach dem “Anschluss” 1938. Eine neuerliche Verhaftung 1944 brachte ihn ins KZ-Ravensbrück. Nach der Befreiung schlug Seitz sich unter Schwierigkeiten und Gefahren in die Heimat durch, wo er schwer krank und entkräftet ankam. Von Ende 1945 bis zu seinem Tod gehörte Seitz dem Nationalrat an. Der Parteitag im November 1946 wählte ihn zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit.

Die in den Jahren 1926 bis 1932 nach Plänen von Hubert Gessner errichtete Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, 21., Jedleseer Straße 66-94, wurde nach seinem Tod Karl-Seitz-Hof benannt.

Alle Bilder: Tom Peschat

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