Freitag, 25. September 2026, 19:00 Uhr, Canavesegasse 24, 2. Stock, 1230 Wien (S-Bahn Atzgersdorf, 58A, 58B, 66A Atzgersdorf, Kirchenplatz)
Das Bezirksmuseum Liesing lädt zu einem Vortrag von Gerald Netzl ein:
Spanienkämpfer aus Liesing – Erinnerung an internationale Solidarität gegen den Faschismus
Vor 90 Jahren, im Juli 1936, putschten rechte Militärs unter der Führung von General Francisco Franco gegen die demokratisch gewählte spanische Volksfrontregierung. Es war der Beginn eines fast drei Jahre dauernden blutigen Bürgerkriegs, der weit über Spanien hinaus zu einem Symbol für den Kampf zwischen Demokratie und Faschismus wurde.
Tausende Freiwillige aus zahlreichen Ländern schlossen sich damals den Internationalen Brigaden an und kämpften auf Seiten der Spanischen Republik – darunter auch etwa 1.400 Österreicher*innen. Viele von ihnen kamen aus der Arbeiter*innenbewegung, aus sozialistischen, kommunistischen und antifaschistischen Zusammenhängen. Sie sahen in Spanien nicht nur einen nationalen Konflikt, sondern einen europäischen Kampf um Freiheit, Demokratie und Menschenwürde.
Das Bezirksmuseum Liesing lädt am Freitag, 25. September 2026, zu einem Abend über den Spanischen Bürgerkrieg und die Spanienkämpfer aus Liesing ein. Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an jene Kämpfer*innen aus dem heutigen 23. Wiener Gemeindebezirk, die sich dem Kampf gegen den Franco-Faschismus anschlossen.
Bereits 2006 verfasste Gerald Netzl die Broschüre „Spanienkämpfer aus Liesing“. Für das Jahr 2026 hat er eine neue PowerPoint-Präsentation erstellt, die dieses wichtige Kapitel der Bezirks- und Zeitgeschichte erneut sichtbar macht. Der angekündigte Abend soll sich nun der Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs, der Beteiligung österreichischer Freiwilliger in den Internationalen Brigaden und dem weiteren Schicksal vieler Kämpfer*innen widmen.
Denn für viele endete der Kampf gegen den Faschismus nicht mit der Niederlage der Spanischen Republik im Jahr 1939. Flucht, Verfolgung und nationalsozialistische Konzentrationslager prägten die weiteren Lebenswege zahlreicher Antifaschist*innen. Rund 7.000 republikanische Spanier*innen wurden in das Konzentrationslager Mauthausen und seine Nebenlager deportiert; viele von ihnen überlebten die nationalsozialistische Verfolgung nicht.
Gerade 90 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs ist die Auseinandersetzung mit diesen Biografien von besonderer Bedeutung. Sie zeigt, dass Antifaschismus nicht abstrakt war, sondern von konkreten Menschen getragen wurde – von Arbeiter*innen, Demokrat*innen und Internationalist*innen, die angesichts von Putsch, Gewalt und Faschismus nicht wegsahen.
Der Abend soll nicht nur historische Informationen vermitteln, sondern auch Raum für Fragen, Diskussion und gemeinsame Reflexion bieten. Welche Bedeutung hat die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg heute? Was können wir aus der Geschichte der Internationalen Brigaden lernen? Und warum bleibt der Einsatz gegen autoritäres Denken, Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus und Faschismus eine demokratische Aufgabe der Gegenwart?
Für die politische Bildung ist diese Erinnerung unverzichtbar. Sie verbindet lokale Geschichte mit europäischer Zeitgeschichte und macht deutlich, wie eng Demokratie, Solidarität und internationale Verantwortung zusammengehören.
Termin: Freitag, 25. September 2026, 19:00 Uhr
Ort: Bezirksmuseum Liesing, Canavesegasse 24, 2. Stock, 1230 Wien
Erreichbarkeit: S-Bahn Atzgersdorf sowie 58A, 58B und 66A bis Atzgersdorf, Kirchenplatz
Anmeldung: nicht erforderlich
Quelle/Titelbild: https://www.bezirksmuseum.at/veranstaltung/vortrag-spanischer-buergerkrieg/