19. Dezember 2025: Rückschau: Gedenkmarsch am 1. November 2025 in Wien

Der Gedenkmarsch der Wiener Antifaschistinnen und Antifaschisten am 1. November ist seit Jahren ein wichtiger Fixpunkt unserer Gedenkarbeit. Auch heuer gedachte der Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen gemeinsam mit der SPÖ Wien und den sozialdemokratischen Jugendorganisationen der Opfer des Kampfes gegen Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Dem Aufruf folgten 300 TeilnehmerInnen, MandatarInnen und VertreterInnen der SPÖ, der Wiener SPÖ-Bildung, der Sozialdemokratischen Frauen, der Sozialistischen Jugend, der Jungen Generation und des VSSTÖ. 80 wehende rote Fahnen der Jugendorganisationen setzten einen farblich-politischen Akzent gegen das Novembergrau.

Der Marsch führte zunächst zum Grab von Rosa Jochmann, wo die langjährige Vorsitzende unseres Bundes geehrt wurde. Anschließend ging der Gedenkzug weiter zum Mahnmal der Stadt Wien für die Opfer für ein freies Österreich 1934-1945. Unser Bundesvorsitzender Gerald Netzl begrüßte die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und erinnerte an den Jahreskalender 2025 unseres Bundes, in dem wir WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus porträtierten. Es gelte ständig neue Mitglied für die FreiheitskämpferInnen zu gewinnen!

Am Mahnmal hielt Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál eine sehr persönliche Rede. Sie erinnerte an die im Vorjahr verstorbene Gin. Käthe Sasso – bald schon soll in ihrem Heimatbezirk Favoriten ein Wohnbau an Käthe Sasso erinnern. Wiener Wohnen beauftragte das DÖW, die Vertreibung jüdischer MieterInnen aus dem Gemeindebau genau zu recherchieren. 2026 wird eine Publikation präsentiert, schon heuer fanden zahlreiche zeitgeschichtliche Rundgänge statt. Es brauche eine unmissverständliche Haltung gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus, so Gin. Gaál.

Bei der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Justiz und NS-Kindereuthanasie, der Gruppe 40, gedachte Gin. Stefanie Lamp, Bezirksvorsteherin in Ottakring, in ihrer Rede jener Menschen die für ihre Überzeugungen verurteilt und am Landesgericht hingerichtet wurden und an die vielen Kinder, die am Spiegelgrund Opfer von NS-Ärzten wurden. Das Otto Wagner-Areal wäre so schön – man könne sich die Schrecken und Verbrechen in der Nazizeit dort gar nicht vorstellen. Das dürfe in unserer Stadt nie wieder geschehen – dafür tragen wir Verantwortung!

Die Abschlussrede im Ehrenhain für die Februar- und die Spanienkämpfer hielt Gen. Michael Kögl, Bundesvorsitzender der Jungen Generation. Er erinnerte an die Februarkämpfe in St. Pölten, wo sich Gin. Maria Emhart hervorgetan hat und an die beiden standrechtlich Gehenkten Genossen Johann Hois und Viktor Rauchenberger. Es ist unser Auftrag, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.

Der Gedenkmarsch endete wie jedes Jahr mit dem gemeinsamen Singen der „Internationale“.

Foto: Novembergedenken Wien_2025.jpg Credit: Markus Sibrawa

V. l. n. r. Volkmar Harwanegg, Marina Hanke, Gerald Netzl, Jörg Neumayer, Michael Ludwig, Barbara Novak, Kathrin Gaál, Stefanie Lamp, Michael Kögl und Rihab Toumi.

Quelle: https://www.freiheitskaempfer.at/wp-content/uploads/2025/12/Kaempfer-10_11_12_2025.pdf

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