Es braucht sozialdemokratische Konzepte und Ideen, um Österreich voranzubringen. Durch die Regierungsbeteiligung können wir gestalten. Unser Programm stärkt Frauen in allen Lebensbereichen. Gehen wir es an!
Wir stärken Frauen im Beruf
Frauen haben das Recht auf ein gutes Einkommen, mehr Chancen am Arbeitsmarkt und auf eine gerechte Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit. Wir haben ein klares Programm, wie wir an dieses Ziel herankommen. Wir werden an vielen Schrauben drehen. Eine Herausforderung ist die rasante digitale Entwicklung. So ist beispielsweise im Dienstleistungssektor der Einsatz Künstlicher Intelligenz in vielen Unternehmen Standard. Gerade dort, wo Aufgaben sich verändern und neue Arbeitsbereiche entstehen, ist Weiterbildung enorm wichtig. Dafür braucht es gute und zielgerichtete Beratung und Unterstützung. Ausbildungsprogramme lohnen sich, für die Wirtschaft, für die Unternehmen und allen voran für die Beschäftigten.
Wir schließen die Lohnschere
Ein Meilenstein in Europa ist die Lohntransparenzrichtlinie, die wir rasch umsetzen werden. Frauen sollen wissen, wieviel ihre männlichen Kollegen verdienen. Das stärkt sie in Gehaltsverhandlungen. Eine Ursache für die Lohnunterschiede ist auch die ungerechte Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit. Es ist höchste Zeit, dass Männer einen fairen Anteil an der Hausarbeit leisten. Ein Blick in andere Länder Europas zeigt, dass Gleichstellung möglich ist. In Norwegen gehen 9 von 10 Männern in Karenz, in Schweden ist Lohntransparenz längst gelebte Praxis. Viele Paare haben heute ein anderes Rollenverständnis als Generationen vor ihnen. Dass Frauen in den 70er Jahren Männer noch um Erlaubnis fragen mussten, wenn sie arbeiten wollten, können sich viele junge Menschen heute gar nicht mehr vorstellen. Dennoch erleben wir, dass veraltete Rollenbilder sich bis heute halten. Da braucht es Bewusstseinsarbeit: Halbe-Halbe in allen Bereichen!
Frauengesundheit in den Fokus
Frauen und Männer sind unterschiedlich, haben bei Krankheiten andere Symptome, Medikamente wirken anders. Das wurde lange Zeit viel zu wenig beachtet. Gendermedizin geht auf die verschiedenen Bedürfnisse von Frauen und Männern ein. Wir wollen die Forschung ausbauen und das Angebot für Vorsorge und medizinische Behandlung auf die Bedürfnisse von Frauen anpassen. In den nächsten Jahren setzen wir auch einen Schwerpunkt auf Endometriose – eine Erkrankung, die sehr viele Frauen betrifft, und dennoch viel zu wenig bekannt und erforscht ist. Ein weiterer Fokus soll auf Studien im Bereich Zyklus- und Wechselbeschwerden gelegt werden. Frauen haben das Recht auf die beste Gesundheitsversorgung.
Nationaler Aktionsplan Gewaltschutz
Wir müssen alles tun, um die Gewalt an Frauen zu stoppen. Auf Basis einer Gesamtstrategie erarbeiten wir einen „Nationalen Aktionsplan Gewaltschutz“. Die Maßnahmen zum Schutz von Frauen werden wir ausweiten: Gewaltschutzambulanzen in ganz Österreich, Fußfesseln nach Betretungsverboten, Dic Pics werden unter Strafe gestellt und vieles mehr. Der öffentliche Raum muss für Frauen sicher sein: kostenlose Taschenalarme, Ausbau von Notrufsäulen in Parkanlagen, bessere Beleuchtung an kritischen Punkten wie beispielsweise Bahnhöfe – das sind einige der Punkte, mit denen wir den Schutz verbessern werden.
Wir setzen auf Kinderbildung
Kindergärten haben als erste Bildungseinrichtung eine wichtige Aufgabe. Wir wollen Kinderbildung rasch ausbauen. Damit es in allen Regionen in ganz Österreich ein gutes Angebot in Wohnortnähe gibt, ist noch viel zu tun! Kinderbildungseinrichtungen kommen allen zugute: den Kindern, den Eltern und auch der Wirtschaft. Hier lohnt es sich zu investieren! Auch die Pädagog:innen, die diese wichtige Aufgabe für die Gemeinschaft übernehmen, verdienen endlich bessere Arbeitsbedingungen und mehr finanzielle Anerkennung. Ein weiterer wichtiger Punkt, auf den wir uns geeinigt haben: Es wird ein zweites verpflichtendes kostenfreies Kindergartenjahr geben.
Teuerung stoppen
Die Zeiten sind schwierig und die Herausforderungen groß. Das dritte Rezessionsjahr droht, das Budget muss saniert werden und die Menschen leiden noch immer unter der Teuerungskrise. Die Politik muss dafür sorgen, dass alle ein gutes und sicheres Leben haben. Dafür schaffen wir wichtige Voraussetzungen. Die Mieten werden heuer eingefroren und der maximale Anstieg wird in den folgenden Jahren deutlich beschränkt. Bei den Energiepreisen wird es einen Sozialtarif für einkommensschwache Haushalte geben.
Frauen- und Kinderarmut verhindern
Wir müssen alles dafür tun, um Armut zu verhindern. Viele Menschen haben in den letzten Jahren unter den gestiegenen Kosten für Wohnen, Energie und Lebensmittel gelitten und wissen nicht, wie sie die laufenden Rechnungen bezahlen sollen. In einem reichen Land wie Österreich, darf es nicht sein, dass Familien sich die Heizung nicht leisten können oder kein Geld für gesunde Mahlzeiten haben. Da müssen wir handeln. Wenn Eltern sich trennen, haben Kinder ein Recht auf Unterhalt. Wenn er ausbleibt oder nicht bezahlt werden kann, trifft das Alleinerzieher:innen und ihre Kinder besonders stark. Mit einem Unterhaltsgarantie-Fonds sollen Ein-Eltern-Familien unterstützt werden, wenn Unterhaltszahlungen ausbleiben.
Wir fördern die Wissenschaft
Um in der Gleichstellung voranzukommen, braucht es fundierte Daten: Den Frauenbericht und die Zeitverwendungsstudie werden wir neu auflegen. Auch in anderen Bereichen ist eine gute wissenschaftliche Datenbasis notwendig. Wir wollen dort ansetzen, wo es am dringendsten notwendig ist. Auch hier geht es um Gleichstellung: Mehr Frauen in Wissenschaft und Forschung ist eine Frage der Gerechtigkeit, aber auch eine Chance. Wir brauchen neue Sichtweisen und kreative Ansätze. Für eine gute Zukunft in unserem Land.
Zur Autorin: SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner ist seit 3. März 2025 Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Die Oberösterreicherin setzt sich tatkräftig für ein selbstbestimmtes Leben von allen Frauen in ganz Österreich ein.

Das starke, ausgewogene Regierungsteam der SPÖ vereint viel Erfahrung, große Empathie und enorme Expertise
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