Als am 30. Juni 1988 die Stadt Wien, vertreten durch Bürgermeister Helmut Zilk, der Universität Wien, vertreten durch Rektor Wilhelm Holczabek, mit Schenkungsvertrag das Areal des heutigen Universitätscampus übertrug, war das mit der Auflage verbunden, die Grünflächen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Öffnung zum Bezirk, Grünflächen bleiben öffentlich zugänglich, keine Verbauung der Höfe und keine Aufstockung. Damit setzte man eine Entwicklungsgeschichte in Gang, die bis heute anhält.
Neben der Achse der Erinnerung boten die insgesamt 23 alten und neu geschaffenen Campus-Tore die Möglichkeit, auf die 650-jährige Geschichte der Universität Wien am heutigen Universitätscampus zu verweisen, indem etwa das ehemalige Haupttor in der Alser Straße 4 nach dem Aufklärer und zweimaligen Rektor der Universität Wien Josef Sonnenfels (1732-1817) benannt wurde. Weitere Tore erinnern an bedeutende Persönlichkeiten der Wiener Wissenschaft. Insbesondere die in der universitären Gedenkkultur wenig bedachten Frauen sowie die im Nationalsozialismus verfemten Wissenschaftler:innen werden dadurch den Besucher:innen näher gebracht.
Im Sinne ihres Forschungs- und Lehrauftrages und dem Zug der Zeit folgend, hat sich die Universität Wien im Jahr 2024 entschlossen, die Gedenktafeln bei den einzelnen Portalen nach aktuellsten Erkenntnissen neu zu gestalten. Rektor Sebastian Schütze, Senatsvorsitzender Stefan Kramer, die Leiterin des Instituts für Zeitgeschichte Claudia Kraft sowie der Zeithistoriker Herbert Posch erläuterten am 4. November 2024 in der Aula des Universitätscampus die Entstehung des Ortes der Begegnung und die Entwicklung der Erinnerungskultur. Anschließend führte Herbert Posch durch die neu konzipierten Tore.
Die neue grafische Gestaltung der Gedenktafeln ermöglicht es, über barrierefrei lesbare QR-Codes in Text und Ton Informationen zu den geehrten Persönlichkeiten in deutscher und englischer Sprache abzurufen. Insgesamt wird an 15 Frauen und 15 Männer, zum Teil auch gemeinsam, erinnert.
Weiterführende Information: https://geschichte.univie.ac.at/de/artikel/tore-der-erinnerung
Text von Edith Krisch
Foto: Tore der Erinnerung.jpg Credit: Herbert Posch
Tietze-Tor von Hof 3 nach Hof 13
Quelle „Der Sozialdemokratische Kämpfer 1_2_3_2025“
Hier geht es zur gesamten Ausgabe: http://www.freiheitskaempfer.at/wp-content/uploads/2025/03/Kaempfer-1_2_3_2025.pdf