Am 5. November 2024 finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt. Dieses Ereignis ist von globaler Bedeutung, da die Entscheidungen, die in den USA getroffen werden, weitreichende Auswirkungen auf internationale Politik, Wirtschaft und Sicherheit haben. Die Wahl läuft nach dem indirekten Wahlsystem der Vereinigten Staaten ab, bei dem die Bürgerinnen und Bürger in jedem Bundesstaat Wahlmänner wählen, die dann im Wahlkollegium ihre Stimme für den Präsidenten abgeben. Die Anzahl der Wahlmänner eines Bundesstaates richtet sich nach seiner Bevölkerungsgröße. Um Präsident oder Präsidentin zu werden, muss ein Kandidat mindestens 270 der 538 Wahlmännerstimmen erhalten.
Bei dieser Wahl stehen sich die amtierenden Parteien, die Demokraten und die Republikaner, gegenüber, und es gibt einige unabhängige Kandidatinnen und Kandidaten, die ebenfalls ins Rennen gehen. Die Kandidatinnen und Kandidaten der beiden großen Parteien unterscheiden sich deutlich in ihren politischen Forderungen und Prioritäten.
Die demokratische Kandidatin legt großen Wert auf den Klimaschutz, die Reform des Gesundheitssystems und soziale Gerechtigkeit. Sie fordert eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen durch Investitionen in erneuerbare Energien sowie strengere Regulierungen für die Industrie. Darüber hinaus setzt sie sich für eine Ausweitung der Krankenversicherung auf alle Amerikanerinnen und Amerikaner ein, um die Gesundheitsversorgung für jede und jeden erschwinglicher zu machen. Weitere zentrale Punkte ihres Programms sind die Bekämpfung von Ungleichheiten, insbesondere in Bezug auf Bildung und Einkommen, sowie die Stärkung der Rechte von Minderheiten.
Der republikanische Kandidat hingegen legt seinen Fokus auf die Stärkung der Wirtschaft, eine restriktive Einwanderungspolitik und die Förderung der individuellen Freiheit. Er fordert Steuersenkungen für Unternehmen und wohlhabende Bürger und Bürgerinnen, um Investitionen und Wachstum zu fördern, sowie eine Abschwächung von Umweltauflagen, die aus seiner Sicht die Wirtschaft behindern. In der Einwanderungspolitik plädiert er für strengere Grenzkontrollen und eine verstärkte Abschiebung von illegalen Einwanderer*innen. Er betont außerdem die Wichtigkeit der persönlichen Freiheit, einschließlich des Rechts auf Waffenbesitz, und spricht sich gegen eine staatlich regulierte Gesundheitsversorgung aus.
Die Wiener Bildungsakademie, die sich vom 26. Oktober bis 3. November in New York und Washington aufhielt, um den Wahlprozess und die politischen Entwicklungen vor Ort zu beobachten. Solche internationalen Beobachtungen sind von Bedeutung, um Einblicke in das politische System der USA zu gewinnen und daraus Lehren für die eigenen demokratischen Prozesse zu ziehen. Die Präsidentschaftswahl 2024 wird mit Spannung erwartet, nicht nur wegen der unterschiedlichen politischen Positionen, sondern auch wegen der weitreichenden Auswirkungen, die das Ergebnis sowohl für die USA als auch für die Welt haben wird.
Auch eine Gruppe von Bildungsfunktionär*innen, angeführt vom SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan und der Nationalratsabgeordneten Petra Bayr, war in den letzten Tagen in New York und Washington, um sich vor Ort einen Eindruck über die Wahlauseinandersetzung zu machen.

Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidentschaftswahl_in_den_Vereinigten_Staaten_2024