29. November 2022: Josef Johann Zapf – Gedenken zum 175. Geburtstag

Das „Lied der Arbeit“ ist eines der bekanntesten deutschsprachigen Arbeiterlieder und gilt als Hymne der österreichischen Sozialdemokratie. Doch wer den Text verfasst hat, das ist weniger bekannt. Daher wollen wir heute, an seinem 175. Geburtstag, des Verfassers gedenken:

Josef Johann Zapf wurde am 29. November 1847 Wien geboren. Der Schriftsteller und Kunsthandwerker, der aus ärmlichen Verhältnissen stammte, machte sich einen Namen als Graveur. 1878 wurde er zum Leiter der neu gegründeten gewerblichen Fachschule für Gold-, Silber- und Juwelenarbeiter und Graveure bestellt und war dort auch als Lehrer tätig. Bekannt wurde er als Verfasser des Textes zu dem von Josef Franz Georg Scheu vertonten „Lied der Arbeit“, das am 29. August 1868 bei einer Versammlung des Arbeiterbildungsvereins in Fünfhaus uraufgeführt und die Hymne der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei wurde.

Angeregt durch einen Kurs im ersten Wiener Arbeiterbildungsverein in Wien-Gumpendorf, verfasste er 1867 das „Lied der Arbeit“, dessen Text er anonym im Briefkasten des Vereins deponierte. Als Verfasser blieb er daher zunächst unbekannt. Das Gedicht, von Karl Kautsky als gesungene Kulturgeschichte bezeichnet, beschreibt in zehn Strophen die Arbeit als Motor der Kulturentwicklung der Menschheit und schlussendlich der Befreiung vom Kapitalismus. Nach der Entdeckung des Manuskripts von Josef Franz Georg Scheu umgehend vertont, gelangte das Lied im August 1868 in Zobels Bierhalle in Fünfhaus durch den Chor des Arbeiterbildungsvereins unter großem Zuspruch des Publikums erstmals zum Vortrag. Damit hatte Josef Johann Zapf ein Werk geschaffen, das als Hymne der sozialdemokratischen Bewegung gilt und bis heute zum musikalischen Inventar der Feierkultur der Sozialdemokratie gehört. Zapf war in der Folge nicht mehr aktiv an der Arbeiterbewegung beteiligt und widmete sich seiner berufichen Laufbahn. Für seine handwerkliche Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Gestorben ist Josef Johann Zapf am 28. Jänner 1902 in Wien, begraben ist er am Zentralfriedhof. Die Josef-Zapf-Gasse in Floridsdorf wurde nach ihm benannt.

Quelle:

Österreichisches Biographisches Lexikon http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_Z/Zapf_Josef_1847_1902.xml

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