Wie können demokratische Institutionen gestärkt werden? Welche Verantwortung tragen Politik, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft – und was kann jede und jeder Einzelne beitragen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Wiener Vorlesung „Demokratie stärken – Und was wir tun können!“ am 14. Oktober 2026 im Festsaal des Wiener Rathauses.
Ausgangspunkt der Veranstaltung war eine Entwicklung, die Demokratien weltweit vor große Herausforderungen stellt. Demokratische Institutionen und rechtsstaatliche Grundsätze geraten in vielen Ländern zunehmend unter Druck. Gleichzeitig stellt sich auch in Europa die Frage, wie demokratische Kultur, politische Beteiligung und Vertrauen in Institutionen gestärkt werden können.
Unterschiedliche Perspektiven auf Demokratie
Nach der Begrüßung durch Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Ludwig diskutierte ein breit besetztes Podium über Herausforderungen und Zukunftsperspektiven demokratischer Gesellschaften.
Mit Franz Vranitzky, ehemaliger Bundeskanzler und Ehrenpräsident des Bruno Kreisky Forums für internationalen Dialog, nahm ein langjähriger politischer Akteur an der Diskussion teil. Der Politikwissenschaftler Fabio Wolkenstein, Professor für Transformationen der Demokratie an der Universität Wien, brachte die wissenschaftliche Perspektive auf den Wandel demokratischer Ordnungen ein.
Mit dem Journalisten und Autor Hans Rauscher sowie der Medien- und Zeithistorikerin Karin Moser waren zugleich Stimmen aus Journalismus, Mediengeschichte und öffentlicher Debatte vertreten. Die Perspektive junger Menschen brachte Sarah Salihovic, ehemalige Wiener Landesschulsprecherin der berufsbildenden Schulen, ein. Moderiert wurde der Abend von Harald Katzmair, Gründer und wissenschaftlicher Leiter von FAS Research.
Damit trafen unterschiedliche Erfahrungen aus Politik, Wissenschaft, Medien, Bildungsarbeit und Jugendvertretung aufeinander – Bereiche, die für die Entwicklung einer lebendigen Demokratie wesentlich sind.
Demokratie braucht Beteiligung und politische Bildung
Demokratie erschöpft sich nicht in Wahlen. Sie lebt davon, dass Menschen informiert sind, unterschiedliche Positionen diskutieren können und Möglichkeiten zur Mitgestaltung haben. Freie Medien, Wissenschaft, politische Bildung und funktionierende demokratische Institutionen bilden dafür wesentliche Voraussetzungen.
Gerade politische Bildung kann dazu beitragen, demokratische Prozesse verständlich zu machen, gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen und Menschen zur aktiven Beteiligung zu ermutigen. Die Frage, was wir selbst zur Stärkung der Demokratie beitragen können, bleibt deshalb weit über einen einzelnen Veranstaltungsabend hinaus aktuell.
Die Veranstaltung zum Nachsehen
Wer bei der Wiener Vorlesung nicht dabei sein konnte oder die Diskussion noch einmal verfolgen möchte, kann die Veranstaltung auf YouTube in voller Länge nachsehen.
Zur Aufzeichnung auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=ztyfn0o0s74
Die Aufzeichnung bietet damit auch im Nachhinein die Möglichkeit, sich mit den unterschiedlichen Perspektiven auf Demokratie, politische Beteiligung, Medien und gesellschaftliche Verantwortung auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen:
Wiener Vorlesungen – Stadt Wien: https://vorlesungen.wien.gv.at/
Bilder inkl. Titelbild: Fotocredit: Wienbibliothek
im Rathaus / Paul Pibernig