5. Mai 2026: Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus: Erinnerung und Verantwortung

Der 5. Mai ist in Österreich ein zentraler nationaler Gedenktag: der „Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“. Er wird seit 1998 jährlich begangen und erinnert an die Verbrechen der NS-Zeit sowie an die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen am 5. Mai 1945.

Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

Mit der Befreiung des KZ Mauthausen durch die US-Armee endete eines der grausamsten Kapitel der österreichischen Geschichte. Insgesamt wurden dort über 200.000 Menschen interniert, rund 100.000 von ihnen ermordet. Mauthausen steht heute symbolisch für den Terror, die Gewalt und den Völkermord des nationalsozialistischen Regimes.

Der Gedenktag erinnert an alle Opfer: Jüdinnen und Juden, politische Gegner:innen, Widerstandskämpfer:innen, Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle und viele andere, die verfolgt, entrechtet und ermordet wurden.

Einführung des Gedenktages

Der 5. Mai wurde am 11. November 1997 durch einen einstimmigen Beschluss aller Parteien im österreichischen Nationalrat als nationaler Gedenktag festgelegt. Österreich entschied sich bewusst für dieses Datum – im Unterschied zu internationalen Gedenktagen wie dem 27. Jänner (Befreiung von Auschwitz) – um die eigene historische Verantwortung stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Der Gedenktag ist damit Ausdruck eines veränderten Geschichtsbewusstseins:
Seit den 1990er-Jahren setzte sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Österreich nicht nur „Opfer“, sondern auch Mitverantwortlicher für die Verbrechen des Nationalsozialismus war. Eine wichtige Zäsur stellte dabei die Rede von Bundeskanzler Franz Vranitzky im Jahr 1991 dar, die eine kritischere Auseinandersetzung mit der Vergangenheit einleitete.

Gedenken und politische Bildung

Der Gedenktag verbindet Erinnerung mit einem klaren gesellschaftspolitischen Auftrag:
Er richtet den Blick nicht nur zurück, sondern auch auf die Gegenwart und Zukunft. Ziel ist es, für Gewalt, Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren und demokratische Werte zu stärken.

Dementsprechend kommt dem Bildungsbereich eine zentrale Rolle zu. Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen greifen den 5. Mai gezielt auf, um historische Zusammenhänge zu vermitteln und aktuelle Bezüge herzustellen. Projekte, Zeitzeug:innenberichte und Besuche von Gedenkstätten tragen dazu bei, Geschichte erfahrbar zu machen.

Auch das österreichische Parlament setzt ein sichtbares Zeichen: Jährlich findet eine Sondersitzung des Nationalrats statt, öffentliche Gebäude werden beflaggt und die Fahnen auf halbmast gesetzt.

Bedeutung für Gegenwart und Zukunft

Der 5. Mai ist neben dem Staatsfeiertag am 1. Mai und dem Nationalfeiertag am 26. Oktober einer der drei vom Parlament beschlossenen nationalen Gedenktage – auch wenn er kein arbeitsfreier Feiertag ist.

Seine Bedeutung liegt in der Verbindung von Erinnerung und Verantwortung:
Das Wissen um die Verbrechen des Nationalsozialismus soll dazu beitragen, wachsam zu bleiben gegenüber jeder Form von Menschenfeindlichkeit.

Aus sozialdemokratischer Perspektive ist dieser Gedenktag untrennbar mit den Grundwerten Demokratie, Humanität, Solidarität und Antifaschismus verbunden. Die Erinnerung an die Opfer ist zugleich ein Auftrag:

Nie wieder darf es zu Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt kommen.

Der 5. Mai mahnt uns, demokratische Errungenschaften zu schützen und aktiv für eine offene, solidarische Gesellschaft einzutreten.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedenktag_gegen_Gewalt_und_Rassismus_im_Gedenken_an_die_Opfer_des_Nationalsozialismus
https://www.erinnern.at/gedaechtnisorte-gedenkstaetten/gedenktage/5-mai
https://www.humanrights.at/aktionstage/2026/5-mai-2026-gedenktag/

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