8. März 2026: Vorankündigung: TV-Tipp: ORF-Doku: „Das Kino der Frauen – Vergessene Heldinnen der Lichtspielhäuser“ am 11. März 2026 in ORF 2

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, liebe Interessierte,

anlässlich des Internationalen Frauentags (8. März) läuft am 11. März 2026 auf ORF 2
eine Dokumentation, bei der Dr.in Karin Moser, Historikerin und Vizedirektorin der Wiener Bildungsakademie im Vorfeld beratend dabei war und auch
selbst vorkommt.

Titel: „Das Kino der Frauen – Vergessene Heldinnen der Lichtspielhäuser“

Ausstrahlung in der Reihe „Menschen und Mächte“

11.03., 22.30h
12.03., 11.10h (WH)

Jeweils auf ORF2 und danach in der TV Thek auf ORF ON zum online abrufen

https://tv.orf.at/program/orf2/menschenma338.html

Inhalt der Sendung:
Frauen als Pionierinnen des Kinos in Österreich

Die Geschichte des Kinos in Österreich ist eng mit Frauen verbunden – ein Umstand, der lange Zeit kaum Beachtung fand. Eine aktuelle Dokumentation rückt jene Frauen ins Zentrum, die maßgeblich zum Aufbau der heimischen Kinokultur beigetragen haben und ohne die das Kino in Österreich kaum denkbar gewesen wäre.

Als das neue Medium Film um 1900 noch als unsicheres Experiment galt, waren es häufig Frauen, die den Mut hatten, sich auf dieses neue Feld einzulassen. Sie betrieben mobile Vorführungen und brachten bewegte Bilder erstmals einem breiteren Publikum näher. Bereits im März 1896 fand in Wien, an der Ecke Krugerstraße/Kärntner Straße, eine der ersten öffentlichen Filmvorführungen statt. Pionierinnen wie Sophie Nehez arbeiteten damals unter schwierigen Bedingungen: Die Filme befanden sich auf leicht entzündlichen Nitrostreifen und mussten mit komplizierten Projektoren vorgeführt werden – eine Tätigkeit, die technisches Geschick und große Aufmerksamkeit verlangte.

Mit der zunehmenden Verbreitung fester Kinos blieben Frauen weiterhin prägend für die Branche. Noch 1938 befand sich etwa die Hälfte der rund 200 Wiener Kinos in weiblicher Hand. Viele dieser Unternehmerinnen verloren ihre Betriebe allerdings durch Enteignungen während der NS-Zeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten Frauen erneut eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau der Kinolandschaft. Sie eröffneten oder übernahmen Filmtheater und trugen dazu bei, dass Kino sowohl in Städten als auch in kleineren Gemeinden zu einem wichtigen kulturellen Treffpunkt wurde. Ein Beispiel dafür ist Mella Waldstein, die im niederösterreichischen Drosendorf ein Kino führte und damit auch außerhalb der großen Städte Kinokultur prägte.

Bis heute engagieren sich Frauen in der österreichischen Kinobranche – etwa als Betreiberinnen von Programmkinos oder in anderen zentralen Funktionen. Die Dokumentation erinnert damit an eine oft übersehene Geschichte: an die vielen Frauen, die das Kino in Österreich aufgebaut, geprägt und über Generationen hinweg weitergetragen haben.

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