Ist über Bruno Kreisky wirklich schon alles gesagt? Daniel Aschheim, israelischer Diplomat, liefert mit seinem Buch den Gegenbeweis. Vor etwa 50 Jahren formulierte Kreisky die Zweistaatenlösung für Israel und Palästina als Weg zum Frieden im Nahen Osten. Eine Idee, die heute wieder große – und traurige – Aktualität erlangt hat.
Immer wieder Kreisky. Die Politik des Nachkriegsösterreichs ist untrennbar mit ihm verbunden und prägt noch heute viele, die eine politische Führungsposition anstreben. Aber seine Wirkung reicht noch darüber hinaus. Ende der 1970er Jahre äußerte Kreisky seine feste Überzeugung, dass es keinen Frieden in Nahost ohne einen Staat für Israel und einen für Palästina geben könne. Mit seinem Vorschlag der Zweistaatenlösung erntete Kreisky Skepsis, Hass, aber auch Bewunderung. Daniel Aschheim beleuchtet den Kultkanzler aus frischer und so noch nicht da gewesener Perspektive in all seiner Zwiespältigkeit im Umgang mit seiner Herkunft, in seinen Handreichungen an Altnazis und in seiner Haltung gegenüber Israel und der arabischen Welt.
Daniel Aschheim, geboren 1988 in Jerusalem, ist israelischer Diplomat und derzeit im israelischen Außenministerium tätig. Der Absolvent der „European Studies“ an der Hebrew University fungierte zwischen 2020 und 2023 als stellvertretender Generalkonsul in den USA. Er lebt mit seiner Familie in Israel.
Wolfgang Petritsch, Diplomat, war von 1977-83 Sekretär und Pressesprecher von Bundeskanzler Bruno Kreisky. Er ist im Vorstand des Bruno Kreisky Forums, Präsident des ÖIIP und Autor mehrerer Bücher, darunter „Bruno Kreisky. Die Biografie“ (Residenz, 2010)
Moderation: Eric Frey, Journalist und Politologe
In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien.
Die Veranstaltung findet auf Englisch und Deutsch statt.
Donnerstag, 3. April 2025, 18.30h
im Jüdischen Museum, Dorotheergasse 11, 1010 Wien
Einlass 18:00 Uhr, Eintritt frei