Prof.in Käthe Sasso Symposium


Prof.in Käthe Sasso – Widerstand, Bildung und Verantwortung

Prof.in Käthe Sasso (1926–2023) war eine der bedeutendsten Zeitzeuginnen des österreichischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Bereits als Jugendliche engagierte sie sich mutig im antifaschistischen Widerstand, wurde verhaftet und inhaftiert. Diese Erfahrungen prägten ihr gesamtes Leben und ihren unermüdlichen Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und politische Bildung.

Nach 1945 widmete sich Käthe Sasso insbesondere der Erinnerungsarbeit und der historisch-politischen Bildungsarbeit, vor allem mit jungen Menschen. Als Zeitzeugin machte sie die Verbrechen des Nationalsozialismus greifbar und verband persönliche Erinnerung stets mit einem klaren Auftrag für die Gegenwart: Verantwortung zu übernehmen, wachsam zu bleiben und aktiv für eine gerechte, solidarische Gesellschaft einzutreten.

Für ihr Engagement wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Käthe Sasso verstand Erinnerung nie als Rückblick allein, sondern als Verpflichtung für die Zukunft. Ihr Wirken bleibt Vorbild und Auftrag zugleich.

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation will sich dem Gedenken an Prof.in Käthe Sasso in besonderer Weise annehmen. Mit großer Dankbarkeit blickt sie auf die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Käthe Sasso zurück, deren Engagement, Klarheit und Menschlichkeit die politische Bildungsarbeit nachhaltig geprägt haben. Für viele war sie nicht nur eine beeindruckende Zeitzeugin, sondern auch eine verlässliche Partnerin und Wegbegleiterin.

Besonders eng verbunden war Käthe Sasso über viele Jahre mit Prof. Dr. Gerhard Schmid, der ihr in langjähriger Freundschaft verbunden war. Diese persönliche Beziehung steht exemplarisch für das, was Käthe Sasso auszeichnete: Haltung, Vertrauen und das konsequente Eintreten für demokratische Werte – im Gespräch, in der Bildungsarbeit und im gesellschaftlichen Handeln.

Das Prof.in Käthe-Sasso-Symposium versteht sich nicht nur als würdige Erinnerung an ihr Lebenswerk, sondern auch als bewusster Schritt, ihr Vermächtnis in die Gegenwart zu übertragen. Gerade deshalb war es ein zentrales Anliegen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und eine Austauschplattform über politische Grenzen hinweg zu schaffen.

Im Sinne von Käthe Sasso – die Dialog immer als Stärke der Demokratie begriff – sollte das Symposium Raum geben für Diskussion, Nachdenken und gemeinsame Verantwortung: Wie gelingt Erinnerungsarbeit heute? Welche Bildungsaufträge ergeben sich daraus? Und wie können demokratische Kräfte gemeinsam gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit auftreten?


7. Mai 2024: 1. Prof.in Käthe-Sasso-Symposium

Am 7. Mai 2024 fand im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses das 1. Prof.in Käthe-Sasso-Symposium statt. Die Veranstaltung wurde auf Einladung von Bürgermeister Dr. Michael Ludwig durchgeführt und stand ganz im Zeichen der Würdigung des Lebenswerks von Käthe Sasso sowie der Frage, wie ihr Engagement in Gegenwart und Zukunft weitergetragen werden kann.

Eröffnet wurde das Symposium von Prof. Dr. Gerhard Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ und Wiener Landtagsabgeordneter. In seinen einleitenden Worten erinnerte er an Käthe Sasso als außergewöhnliche Persönlichkeit und betonte die Verantwortung politischer Bildung im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit.

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In zwei thematischen Gesprächsrunden diskutierten namhafte Gäste über Erinnerungskultur, Widerstand und demokratische Verantwortung. In der ersten Runde gaben Mag.a Karoline Edtstadler, Bundesministerin für EU und Verfassung, sowie Niki Kunrath, Wiener Gemeinderat, politische und gesellschaftliche Perspektiven auf das Vermächtnis Käthe Sassos.

Die zweite Gesprächsrunde widmete sich der historischen und zivilgesellschaftlichen Dimension: Dr.in Cornelia Domaschke-Prochnow, Historikerin aus Deutschland, und Dr. Gerald Netzl, Vorsitzender des Bundes der Freiheitskämpferinnen und aktiven Antifaschistinnen, beleuchteten die Bedeutung von Zeitzeug*innenschaft und antifaschistischer Bildungsarbeit im internationalen Kontext.

Einen besonders persönlichen Zugang bot das Gespräch mit Brigitte Fenko, einer langjährigen Weggefährtin von Käthe Sasso, das tiefe Einblicke in ihr Leben, ihre Haltung und ihre Menschlichkeit ermöglichte. Die beinahe vollständige Anwesenheit der Familie unterstrich den würdigen und emotionalen Charakter der Veranstaltung.

Den Abschluss bildete ein Beitrag von Doris Bures, Zweite Präsidentin des Nationalrates, die über die gemeinsame Arbeit mit Käthe Sasso an der Entstehung der Gedenkstätte „Gruppe 40“ berichtete und deren bleibende Bedeutung für die österreichische Erinnerungskultur hervorhob.

Moderiert wurde der Abend von Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ. In einem abschließenden gemeinsamen Austausch klang das Symposium in einer Atmosphäre des Erinnerns, der Wertschätzung und des gemeinsamen Auftrags aus: Käthe Sassos Vermächtnis lebendig zu halten und ihr Engagement entschlossen weiterzuführen.